Bilanz 2002

Vattenfall wächst und steigert Ergebnis

Vattenfall hat seinen Umsatz um 46 Prozent auf 101 Milliarden Kronen und das Nettoergebnis um 81 Prozent auf 7,6 Milliarden Kronen gesteigert. Somit stieg das Betriebsergebnis um 46 Prozent auf 12,9 Milliarden Kronen. Die extrem hohen Strompreise im nordischen Markt gegen Jahresende verbesserten das Betriebsergebnis um fast fünf Prozent.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Der schwedische Energiekonzern Vattenfall hat seinen Umsatz im vergangenen Jahr um 46 Prozent auf 101 Milliarden Kronen (etwa 11 Milliarden Euro) verbessert. Gleichzeitig setzte der Konzern die Umstrukturierung fort, um sich zunehmend auf die Hauptprodukte Strom und Wärme in Schweden, Finnland, Deutschland und Polen zu konzentrieren.

In Deutschland, wo der Konzern nunmehr 60 Prozent seiner Umsätze erzielt, ging es vor allem darum, die vier erworbenen Unternehmen – die Hamburgische Electricitäts-Werke AG (HEW), die Bewag, die Vereinigte Energiewerke AG (VEAG) und die Lausitzer Braunkohle AG (LAUBAG) – zur Vattenfall Europe AG mit Sitz in Berlin zu integrieren und zu fusionieren. Durch die Fusion, die Anfang 2003 durch die Zustimmung der Hauptversammlungen von Bewag und Vattenfall Europe AG zur Eingliederung der Bewag abgeschlossen wurde, entstand das drittgrößte nergieversorgungsunternehmen Deutschlands. Die laufenden Umstrukturierungsprogramme haben laut Vattenfall-Vorstand bereits eine Senkung des Kostenniveaus in den deutschen Unternehmen von fast 150 Millionen Euro bewirkt.

Insgesamt stieg das Betriebsergebnis um 34 Prozent auf 13,4 Milliarden Schwedische Kronen (etwa 1,5 Milliarden Euro). Das um Sondereinflüsse bereinigte Betriebsergebnis stieg um 47 Prozent. Diese Zunahme beruht vor allem darauf, dass die Bewag zum 1. Februar 2002 konsolidiert wurde. Das verbesserte Betriebsergebnis ausschließlich Sondereinflüssen erklärt sich vorwiegend durch die verbesserte Rentabilität der deutschen Betriebe durch Kostensenkungen und Preiserhöhungen, ein stark verbessertes Ergebnis im Markt Nordische Länder, die Abwicklung von nicht zum Kern des Unternehmens zählenden Aktivitäten im IT-Sektor und das verbesserte Ergebnis im Bereich Stromerzeugung in den nordischen Ländern.

Der Stromverkauf stieg um 26 Prozent auf 188,3 Terawattstunden und der Wärmeverkauf um 32 Prozent auf 33,5 Terawattstunden. Diese Zunahme erklärt sich hauptsächlich durch die deutschen Akquisitionen. Im Herbst war der Zulauf zu den norwegischen und schwedischen Staubecken auf dem niedrigsten Stand seit fünfzig Jahren. Dies führte zu einem verringerten Angebot an Wasserkraft und einem starken Strompreisanstieg gegen Ende des Jahres. Von der Stromerzeugung des Konzerns im Jahr 2002 basierten 22 Prozent auf Wasserkraft, 34 Prozent auf Kernkraft und 44 Prozent auf fossilen Energieträgern. Die Stromerzeugung aus Wasserkraft war aufgrund der Trockenheit um elf Prozent niedriger als 2001. Die Kernkraftproduktion blieb wegen der Betriebsunterbrechung im AKW Brunsbüttel um neun Prozent hinter dem Stand des Vorjahrs zurück.

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