Panne

Vattenfall verpasst Frist für Strompreiserhöhung (Upd.)

Vattenfall hat offensichtlich bei einer großen Zahl von Kunden die Frist zur Preiserhöhung per 1. Januar 2013 verpasst. Zahlreiche Vattenfall-Kunden, die erst am Mittwoch, 21. November, oder später ihre Strompreiserhöhung zum 1. Januar 2013 erhalten haben, meldeten sich bei der Verbraucherzentrale Hamburg. Diese weist darauf hin, dass die Frist für eine wirksame Erhöhung sechs Wochen beträgt.

Vattenfall© Vattenfall Europe Sales GmbH

Hamburg (afp/red) - Das Erhöhungsschreiben hätte also am 20. November bei den Kunden eingehen müssen. Sonst wird die Preiserhöhung nicht wirksam, so die Verbraucherzentrale. Die Sechs-Wochen-Frist ist für Grundversorgungskunden in einer Verordnung (StromGVV), für Sondervertragskunden in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen geregelt.

Zwar hat Vattenfall die für Grundversorgungskunden vorgeschriebene Öffentliche Bekanntmachung der Preiserhöhung offenbar rechtzeitig durch Zeitungsanzeigen vorgenommen. Die Verordnung schreibt aber zusätzlich die briefliche Mitteilung an den Kunden vor; E-Mail reicht nicht.

Nächtliche Mails von Vattenfall

Offenbar hat man bei Vattenfall das Versäumnis bemerkt: Ein Kunde berichtet der Verbraucherzentrale per E-Mail: "Vattenfall hat mich heute Nacht per E-Mail (21.11.2012 01:44) darüber informiert und zudem ein postalisches Schreiben angekündigt". Eine weitere Verbraucherin schreibt: "Am 21.11.2012 um 01:22h bekam ich eine Information per Mail von Vattenfall, dass sich auch mein Strompreis zum 01.01.2013 erhöht. Um nähere Angaben zu bekommen, wurde ich auf einen Link von Vattenfall hingewiesen um die Vertragsunterlagen einzusehen, nur leider ist der Link nicht zugänglich, da Wartungsarbeiten am Server durchzuführen sind".

Was können Kunden tun?

Betroffenen Verbrauchern, die bei Vattenfall bleiben möchten, rät die Verbraucherzentrale, Vattenfall auf das Fristversäumnis hinzuweisen und auf Beibehaltung des alten Preises zu bestehen. Verbraucher, die den Anbieter wechseln möchten, sollten sich einen neuen Versorger suchen und diesen die Kündigung gegenüber Vattenfall erledigen lassen.

Einen neuen Stromanbieter finden Sie mit unserem Stromvergleich. So sehen Sie, wie viel Sie im Vergleich zu Ihrem Grundversorger sparen können.

Update: Reaktion von Vattenfall

Vattenfall hat der Darstellung der Verbraucherzentrale widersprochen. Die Erhöhung sei gemäß der geltenden Bestimmungen erfolgt und rechtzeitig kommuniziert worden, sagte ein Sprecher. Die Schreiben hätten das Unternehmen am 19. November verlassen. Vattenfall habe nach eigener Überzeugung zudem bis zum 24. November Zeit dafür gehabt. Auch nach nochmaliger rechtlicher Prüfung sei das Unternehmen davon überzeugt, sämtlichen gesetzlichen Erfordernissen Rechnung getragen zu haben. "Damit ist die Preismaßnahme zum 1. Januar 2013 wirksam."

Vattenfall könne die geplante Preiserhöhung ab dem nächstmöglichen Termin einfordern. Bei üblichen Verträgen gehe es dabei in der Regel um einen Monat, sagte Günter Hörmann von der Verbraucherzentrale Hamburg der Nachrichtenagentur AFP.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Strompreis

    Strom-Flatrates und Co.: Was bietet welcher Stromtarif?

    Strom-Flatrates, Standardtarife und Strompakete: Die Stromversorger bieten mittlerweile eine ganze Palette an Tarifmodellen an. Was sind die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Vertragsarten und worauf sollten Verbraucher achten?

  • Stromvergleich

    Strompreise steigen vielfach zum Jahreswechsel

    Die Strompreise steigen zum neuen Jahr bei vielen Versorgern. Dem Portal Verivox zufolge haben gut 250 Stromanbieter angekündigt, die Preise zu erhöhen. Niedrigere Preise sind dagegen nur bei wenigen Anbietern zu erwarten.

  • Steckdose

    Verbraucherbund: Stromanbieter erhöhen zu stark

    Mit den für das kommende Jahr angekündigten Strompreiserhöhungen verlangen die Energiekonzerne nach Angaben von Verbraucherschützern 2,1 Milliarden Euro zu viel von ihren Kunden. Die staatlich veranschlagten Mehrkosten allein würden nicht zu durchschnittlich fast zwölf Prozent Aufschlag führen. Der Bund der Energieverbraucher hat nachgerechnet.

  • Strompreis

    Über 600 Anbieter erhöhen die Strompreise

    Eine Bilanz der Welle an Strompreiserhöhungen: Insgesamt sind es nach Berechnungen des Vergleichsportals Verivox mehr als 600 Anbieter, bei denen die Preise im neuen Jahr steigen.

  • Stromrechnung

    Warum nicht alle Stromanbieter die Preise erhöhen

    Deutschland erlebt die stärkste Strompreiswelle seit Jahren; 468 Anbieter haben höhere Preise angekündigt. Doch nicht alle Versorger erhöhen die Preise, die Erhöhungen fallen sehr unterschiedlich aus, obwohl die Bedingungen durch die staatlichen Eingriffe doch für alle gleich scheinen. Woran liegt das?

Top