Restrukturierung

Vattenfall übernimmt weitere 25,1 Prozent an HEW

Ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Vattenfall Europe AG ist getan: Die Hansestadt Hamburg nutzt ihre Put-Option und überlässt Vattenfall ihr Aktienpaket an der Hamburgischen Electricitäts-Werke AG zu einem Preis von 869 Millionen Euro. Zusage: Bis Ende 2005 bleiben mindestens 3000 Arbeitsplätze in Hamburg.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Die Vattenfall AB wird von der Freien und Hansestadt Hamburg deren Aktienanteil an der Hamburgische Electricitäts-Werke AG (HEW) in Höhe von 25,1 Prozent zu einem Kaufpreis von 869 Millionen Euro übernehmen. Die Übertragung der Aktien wird nach der Hauptversammlung der HEW im August erfolgen. In einer zusätzlichen Vereinbarung sichert die Freie und Hansestadt Hamburg ihre Zustimmung zu Restrukturierungsmaßnahmen beim Aufbau der Vattenfall Europe AG zu unter der Bedingung, dass bestimmte Unternehmensaktivitäten in Hamburg verbleiben.

"Mit den heutigen Vereinbarungen vollenden wir die gute und erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen der Stadt Hamburg und Vattenfall als gestaltende Eigner von HEW", sagte Lars G. Josefsson, Präsident und CEO der Vattenfall AB. "Zu Beginn unserer Partnerschaft haben wir uns gemeinsam auf eine Wachstumsstrategie für HEW festgelegt, um ein führendes Energieunternehmen auf dem deutschen Markt aufzubauen. Dieses Ziel erreichen wir mit der Gründung der Vattenfall Europe AG, die durch eine Restrukturierung von HEW, Bewag, LAUBAG und VEAG entstehen wird."

"Wir begrüßen das Vertragswerk mit der Freien und Hansestadt Hamburg", sagte Dr. Klaus Rauscher, Vorstandvorsitzender der HEW. Damit seien die Voraussetzungen geschaffen, um die Position der HEW als Teil von Vattenfall Europe am deutschen Strommarkt langfristig zu sichern. Die HEW habe mehr als 100 Jahre die Stadtgeschichte Hamburgs mitgeprägt; auch in Zukunft werde man ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor in Hamburg sein, blickte Rauscher zuversichtlich voraus.

Mit dem Verkauf hat die Stadt Hamburg eine Put-Option ausgeübt, die in der Grundsatzvereinbarung zwischen beiden Parteien im November 1999 vereinbart wurde. Vattenfall hatte damals eine erste Tranche von 25,1 Prozent an HEW erworben und eine Partnerschaft mit Hamburg geschlossen. In der Folge erwarb Vattenfall weitere HEW-Aktien von Sydkraft, E.ON, institutionellen und privaten Investoren und baute seinen Anteil auf heute 73,8 Prozent aus.

Mit Blick auf die Restrukturierungsmaßnahmen, die zur Errichtung der neuen Vattenfall Europe AG erfolgen werden, haben sich Vattenfall und die Hansestadt über die Sicherung des Wirtschaftsstandortes Hamburg geeinigt. So wird Vattenfall gegenüber Hamburg dafür einstehen, dass wesentliche Geschäftsbereiche von Vattenfall Europe ihren Sitz in Hamburg haben und dass bis Ende 2005 mindestens 3000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, einschließlich 250 Auszubildende, in Hamburg beschäftigt werden. Das operative Geschäft der HEW wird vor Ort bleiben; darüber hinaus werden der Stromhandel, die IT-Funktionen und der Vertrieb für überregionale Großkunden der Vattenfall Europe-Gruppe in Hamburg angesiedelt sein.

Um finanzielle und andere Nachteile auszugleichen, die sich für die Freie und Hansestadt Hamburg aus der vorzeitigen Aufhebung der Grundsatzvereinbarung ergeben, wird Vattenfall der Stadt zum Ende des kommenden Jahres eine Kompensation von 96,4 Millionen Euro leisten.

Die Vereinbarungen stehen unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Aufsichtsrates von Vattenfall AB und des Senates sowie der Bürgerschaft der Stadt Hamburg.

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