Schwarze Pumpe

Vattenfall: Testbetrieb zur CO2-Abscheidung ist "voller Erfolg"

Im Pilotkraftwerk zur CO2-armen Kohleverstromung im brandenburgischen Schwarze Pumpe sind im ersten Betriebsjahr rund 1400 Tonnen Kohlendioxid abgeschieden worden. "Der Testbetrieb war ein voller Erfolg", sagte Tuomo Hatakka, Vorstandsvorsitzender von Vattenfall Europe am Freitag in Schwarze Pumpe.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Spremberg (ddp.djn/red) - Das Unternehmen treibe die Entwicklung der CCS-Technologie zur Abscheidung und Lagerung von CO2 mit Hochdruck voran. Bis 2050 wolle der Energiekonzern Strom und Wärme "klimaneutral" produzieren, kündigte Hatakka an. Die CCS-Technologie sei ein existenzieller Bestandteil dieser Strategie.

Der Chef von Vattenfall Europe forderte die Politik auf, die rechtlichen Rahmenbedingungen und damit die unternehmerische Planungssicherheit für Milliardeninvestitionen zu schaffen. Der Bundestag hatte vor kurzem das geplante CCS-Gesetz nicht verabschiedet.

Testbetrieb zur CO2-Abscheidung noch bis 2013

In Schwarze Pumpe soll der Forschungsbetrieb bis 2013 aufrecht erhalten bleiben, wie es weiter heißt. Vattenfall wolle dort in den kommenden Jahren neben der Lausitzer Braunkohle auch Kohle aus Polen und Südafrika verbrennen, um praktische Erfahrungen mit anderen Kohle-Arten zu sammeln. Der Energiekonzern habe in das Projekt rund 70 Millionen Euro investiert. Bei der 30-Megawatt-Pilotanlage in Schwarze Pumpe wird das beim Verbrennungsprozess anfallende CO2 im Kraftwerksprozess abgeschieden und für den Transport zur unterirdischen Speicherung gesammelt.

Die Probleme in Verbindung mit der Speicherung von Kohlendioxid will Vattenfall so schnell wie möglich lösen, jedoch gehe dies nicht ohne vernünftige juristische Rahmenbedingungen. "Transport und Speicherung sind eine große Herausforderung", räumte Reinhardt Hassa, Vorstandsvorsitzender von Vattenfall Europe Mining & Generation, ein. Er wolle vor allem um mehr Akzeptanz in der Bevölkerung für die neue Technologie werben.

Grüne Liga: CCS-Pilotkraftwerk von Vattenfall ist kein Erfolg

Die Grüne Liga sieht ein Jahr nach der Inbetriebnahme des Pilotkraftwerkes zur CO2-armen Kohleverstromung im Spremberger Ortsteil Schwarze Pumpe keinen Grund zum Feiern. "Die Technologie steckt weiter in den Kinderschuhen. Die Versuchsanlage ist noch kein Erfolg", sagte René Schuster, der auch dem Brandenburger Braunkohleausschuss angehört, in einem Interview der Nachrichtenagentur ddp.

Vattenfall versuche mit der Pilotanlage den Aufschluss neuer Tagebaue und die Errichtung neuer Kohlekraftwerke zu legitimieren. Dabei sei der später einmal zu erreichende Grad der Kohlendioxid-Abscheidung noch völlig offen, sagte Schuster. Er verwies darauf, dass in Schwarze Pumpe momentan noch kein Strom erzeugt werde und der Wirkungsgrad der Versuchsanlage "noch völlig inakzeptabel" sei. "Mit der CCS-Technologie wird außerdem das Klimaproblem nicht gelöst", betonte Schuster. Zur Braunkohleverstromung gebe es genug Alternativen.

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