Entwicklungsmotor

Vattenfall-Studie: Energiewirtschaft für Lausitz unverzichtbar

Die Braunkohle- und Energiewirtschaft ist nach einer Studie der Berliner Prognos AG unverzichtbar für die künftige Entwicklung der Lausitz. Der Aufschluss neuer Tagebaue sei dabei "eine Sache, die man in Kauf nehmen muss", sagte Projektleiter Phillip Steden bei der Präsentation der Studie, die Vattenfall in Auftrag gegeben hat.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Potsdam (ddp-lbg/sm) - Steden versicherte, eine "absolut neutrale Studie" vorgelegt zu haben. Der Studie zufolge leistet Vattenfall "maßgebliche Beiträge" für die Bereiche Arbeitsmarkt, Fachkräftesicherung, industrielle Investitionen und öffentliche Haushalte. Sollte auf den Aufschluss neuer Tagebaue verzichtet werden, riskiere die Region ihren wichtigsten Entwicklungsmotor. Vattenfall trage ein Viertel bis die Hälfte des örtlichen Gewerbesteueraufkommens. Die Energiewirtschaft bleibe auch in Zukunft das wichtigste Potenzial für die Region.

Der Vorstandsvorsitzende von Vattenfall Europe, Reinhardt Hassa, unterstrich, sollte das kürzlich angelaufene Volksbegehren gegen neue Tagebaue Erfolg haben, würde es schon im übernächsten Jahrzehnt keinen Tagebau mehr im Brandenburger Teil der Lausitz geben.

Für das Volksbegehren liegen seit 10. Oktober Listen in den Meldebehörden der märkischen Kommunen aus. Für einen Erfolg sind bis 9. Februar 80.000 Unterschriften nötig. Zu den Initiatoren zählen Linke und Grüne, Bauernbund Brandenburg sowie Umweltverbände.

BUND wirft Vattenfall Behinderung des Strukturwandels vor

Nach Ansicht des BUND gefährdet Vattenfall mit dem "starren Festhalten" an der Braunkohle den nötigen Strukturwandel in der Lausitz. Die Prognos-Studie habe nicht viel Neues gebracht, kritisierte Landesgeschäftsführer Axel Kruschat. Die Zukunft der Lausitz liege in erneuerbaren Energien.

Kruschat wies darauf hin, dass ab 2013 die Emissionsrechte für die Freisetzung von Kohlendioxid versteigert und damit die Braunkohle-Verstromung deutlich teurer werde. In der aktuellen Handelsperiode seien bereits Preise für ein Zertifikat zur Freisetzung einer Tonne CO2 von 27 Euro erreicht worden. Dieser Preis dürfte bis 2013 auf über 30 Euro steigen. In der "Energiestrategie 2020" der Landesregierung werde eingeräumt, dass bei solchen Preisen die Braunkohle nicht mehr wettbewerbsfähig sei. Die Braunkohle-Verstromung sei eine "Dinosaurier-Technologie".

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