Steuerung

Vattenfall setzt verstärkt auf virtuelle Kraftwerke

Das Energieunternehmen Vattenfall AG will mit so genannten virtuellen Kraftwerken neue Kunden gewinnen. Dazu soll ab Oktober in Berlin eine Pilotprojektphase starten. Wenn diese erfolgreich verlaufe, sei ein bundesweiter Start angepeilt. Dann werde eine "hohe Summe" investiert, so ein Vattenfall-Sprecher.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/red) - "Mit dem virtuellen Kraftwerk haben wir die Möglichkeit, die Vorteile der Fernwärme auch außerhalb unserer Fernwärmenetze anzubieten", sagte der Chef der Vattenfall Wärme AG, Frank May, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur ddp. Unter einem virtuellen Kraftwerk wird die zentrale Steuerung von einzelnen Blockheizkraftwerken, die gleichzeitig Strom und Wärme produzieren, sowie von Wärmepumpen verstanden.

Vattenfall werde zusammen mit den Kooperationspartnern in Berlin in der Pilotprojektphase ab Oktober die Betriebs- und Wartungskosten der Blockheizkraftwerke von Kunden übernehmen, die sich an dem virtuellen Kraftwerk beteiligten. Sobald sich das neue Geschäftsmodell rechne, würden die Kooperationspartner und Kunden an den Erträgen "fair beteiligt", fügte May hinzu.

Beim erfolgreichen Verlauf des zunächst bis 2012 angelegten Pilotprojekts sei der Ausbau des Systems bundesweit denkbar. Vattenfall sei dann dazu bereit, eine hohe Summe zu investieren. Einen konkreten Betrag wollte May zu diesem Zeitpunkt nicht nennen.

Der Manager zeigte sich davon überzeugt, dass die Bedeutung von virtuellen Kraftwerken zur Energieerzeugung in den kommenden Jahren stark zunehmen wird. "Sie helfen, die Veränderungen hin zur kleinteiligen Stromerzeugung in der Zukunft technisch und wirtschaftlich zu beherrschen", erläuterte May.

Durch die Zunahme an wetterabhängiger, erneuerbarer Stromerzeugung wie Windkraft und Sonnenenergie in den kommenden Jahren werde mehr Bedarf an der Steuerung der im Netz befindlichen Energiemenge bestehen, sagte May. Weil sich virtuelle Kraftwerke flexibler regeln ließen als konventionelle Großkraftwerke, könnten sie den Windstrom besser ins Netz integrieren und damit die vorhandene Erzeugungsstruktur ergänzen.

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