Nach Nuon-Kauf

Vattenfall plant vorerst keine weiteren Übernahmen

Einst waren sie Konkurrenten in Berlin und Hamburg, jetzt ist unklar wie lange die Marke Nuon noch bestehen bleibt: Mit einem cleveren Schachzug übernimmt der schwedische Energieversorger Vattenfall den niederländischen Stromanbieter Nuon und will nun mit der Marke Vattenfall expandieren.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Der schwedische Energieversorger Vattenfall plant nach der Übernahme des niederländischen Konkurrenten Nuon vorerst keine weiteren Unternehmenszukäufe. Dies sei eine "große Akquisition", weshalb nun die Integration Nuons Vorrang habe, sagte Tuomo Hatakka, Vorstandschef der Vattenfall Europe in Berlin. Zugleich bleibe das Ziel, den Marktanteil bei der Strom- und Wärmeproduktion zu verdoppeln. Angestrebt werde zudem ein "profitables Wachstum auf den Kernmärkten". Potenzial gebe es dabei noch in den Benelux-Staaten, Polen und Großbritannien.

Deutschlands drittgrößter Energieversorger hatte vor rund einer Woche ein Barangebot in Höhe von rund 8,5 Milliarden Euro abgegeben. Mit Auflagen der europäischen Wettbewerbsbehörde rechne er nicht. Zusammen verfügen die beiden Versorger in Deutschland über mehr als drei Millionen Kunden. In den Großstädten Hamburg und Berlin kommt das Unternehmen auf einen Marktanteil von jeweils rund 80 Prozent. Mithilfe Nuons wolle Vattenfall deutschlandweit auch in das Gasgeschäft einsteigen, bekräftigte Hatakka. Darauf, wie lange die Marke Nuon in Deutschland Bestand haben werde, wollte er sich dagegen nicht festlegen. "Wir wollen auch mit der Marke Vattenfall expandieren", sagte er.

Zugleich kündigte Hatakka an, dass der Konzern in Deutschland erst wieder neue Kohlekraftwerke bauen wolle, wenn der Gesetzentwurf zu Abscheidung, Transport und dauerhafter Speicherung von Kohlendioxid beschlossen sei. Er rechne damit noch in dieser Legislaturperiode.

Mit Blick auf den geplanten Verkauf des deutschen Stromnetzes zeigte sich Hatakka optimistisch, in der gesetzten Frist bis Jahresmitte einen "glaubhaften" Käufer gefunden zu haben. Zugleich räumte er ein, dass in den bisherigen Verhandlungen bereits einige Interessenten abgesprungen seien. Das sei jedoch normal, sagt er.

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