Umstrittenes Projekt

Vattenfall nimmt Starkstromleitung in Betrieb

Vattenfall hat heute in Wangen (Burgenlandkreis) den ersten Teilabschnitt einer etwa 210 Kilometer langen Starkstromfreileitung Halle-Schweinfurt in Betrieb genommen. In Thüringen gibt es Proteste gegen das Projekt. Vattenfall investiert den Angaben zufolge in den Ferntransport von Nord-Ost nach Süd-West rund 248 Millionen Euro.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Magdeburg (ddp-lsa/sm) - Die 380-Kilovolt-Leitung werde über Bad Lauchstädt, Vieselbach bei Erfurt und den Thüringer Wald in den Raum Schweinfurt (Bayern) verlaufen, teilte das Wirtschaftsministerium Sachsen-Anhalt mit.

Wirtschaftsminister Reiner Haseloff (CDU) sagte, Sachsen-Anhalt und die anderen neuen Bundesländer nähmen bei den erneuerbaren Energien, insbesondere bei der Windkraft, in Deutschland eine Spitzenposition ein. Die Netzinfrastruktur habe nicht immer mit dem schnellen Bautempo der Anlagen für erneuerbare Energien mitgehalten. Der Ausbau entsprechender Transitverbindungen sei somit unabdingbar.

Der Minister überreichte einen Fördermittelbescheid über 500.000 Euro an das Zentrum für Regenerative Energien Sachsen-Anhalt und die Agentur für Technologietransfer und Innovationsförderung, die beide in Dessau-Roßlau ansässig sind. Damit soll der Aufbau eines Netzwerkes "Erneuerbare Energien" unterstützt werden. Es wird sich auf die energetische Nutzung von Bio-Abfallstoffen, Energiespeicherung, Blockheizkraftwerke sowie Photovoltaik konzentrieren.

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