Bilanz

Vattenfall mit Ergebnissen der ersten Halbjahresbilanz zufrieden

Kostensenkungsmaßnahmen, Konzernumbau, Vertriebsoptimierung - Vattenfall Europe ist planmäßig ins zweite Geschäftshalbjahr gestartet und will auch für den Rest des Jahres ein positives Ergebnis einfahren. Das bekräftigte Vorstandsvorsitzender Dr. Klaus Rauscher heute in Berlin.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Berlin (red) - Vattenfall Europe ist eigenen Angaben zufolge planmäßig in die zweite Hälfte des laufenden Geschäftsjahres gestartet: Dr. Klaus Rauscher, Vorstandsvorsitzender der Vattenfall Europe AG, bekräftigte in Berlin seine Erwartung eines positiven Ergebnisses auch für den Rest des Geschäftsjahrs im Konzern: "Unsere Maßnahmen zur Kostensenkung greifen weiter, und die Kosten des Konzernumbaus fallen nur noch in reduziertem Umfang an. Daneben setzen wir die Optimierung des Vertriebs fort. Sorgen bereiten uns neben den gestiegenen Beschaffungskosten im Vertrieb insbesondere die nennenswerten Ergebnisbelastungen aus den höheren Windenergie-Einspeisungen im Übertragungsnetz."

Die Umsatzerlöse des Konzerns beliefen sich im ersten Halbjahr 2004 auf 5,2 Milliarden Euro. Der Zuwachs um 1 Milliarde Euro gegenüber dem Vergleichszeitraum 2003 resultiert aus höheren Erlösen im Stromhandel. Der Umsatz aus Stromvertrieb und Netznutzung dagegen reduzierte sich - gegenüber dem ersten Halbjahr 2003 - leicht auf 2,1 Milliarden Euro (nach Stromsteuer). Der Erlösrückgang sei durch geringere Absatzmengen verursacht worden. Diese erklären sich aus der Vertriebsoptimierung, die Rentabilität vor Mengenziele stellt.

Der Gesamtstromverkauf von Vattenfall Europe beläuft sich im ersten Halbjahr 2004 auf 113,7 Terawattstunden (erstes Halbjahr 2003: 71,3 Terawattstunden). Dabei wurden 76,1 Terawattstunden an Handelspartner geliefert (erstes Halbjahr 2003: 30,2 Terawattstunden). Das Wärmegeschäft verlief witterungsbedingt in allen Wärmemärkten rückläufig. Vattenfall Europe erzielte hier im ersten Halbjahr 2004 Umsatzerlöse von 333 Millionen. Der Wärmeabsatz erreichte im Berichtszeitraum 8,4 Milliarden Kilowattstunden.

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit verbesserte sich im ersten Halbjahr 2004 um 66 Millionen auf 263 Millionen Euro. Ende 2003 war der Abschluss negativ, was hauptsächlich durch hohe Restrukturierungskosten verursacht wurde. Diese werden auch in diesem Jahr nochmals anfallen.

Nennenswerte Ergebnisbelastungen traten beim Übertragungsnetzbetreiber Vattenfall Europe Transmission auf. Diese sind den höheren Windenergie-Einspeisungen im Übertragungsnetz geschuldet. Transmission leistete dadurch keinen positiven Ergebnisbeitrag zum Konzernergebnis des ersten Halbjahres 2004.

Der Vattenfall-Europe-Konzern hat nach Steuern einen Überschuss von 146 Millionen Euro, im Vorjahr lag der dieser bei 105 Millionen Euro. Bei einer Tochtergesellschaft der Vattenfall Europe AG entsteht durch Ausgliederung ein Buchgewinn von rund 700 Millionen Euro. Im Vattenfall-Europe-Konzernabschluss und im Konzern-Abschluss der Stockholmer Vattenfall AB wirkt sich dieser Buchgewinn nicht aus, da sich die Vermögenslage im Konzern insgesamt nicht ändert. Das Ergebnis im Einzelabschluss 2004 der Vattenfall Europe AG wird über die Ergebnisabführung der Tochter hingegen positiv beeinflusst.

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