Kostenbelastung

Vattenfall: Mehrkosten von 160 Millionen Euro durch Emissionshandel

Mit Zusatzkosten in Höhe von 160 Millionen Euro rechnet der Stromkonzern Vattenfall Europe durch die Einführung des Abgashandels in Deutschland. Der Versorger fürchtet Standortnachteile vor allem in Ostdeutschland, weil in den dortigen Braunkohlekraftwerken knapp 59 Prozent des Stroms erzeugt wird.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (ddp/sm) - Der drittgrößte deutsche Stromkonzern Vattenfall Europe rechnet für den Zeitraum von 2005 bis 2012 mit Mehrkosten von mindestens 160 Millionen Euro durch die Einführung von Höchstgrenzen für den Ausstoß von Kohlendioxid und den damit verbundene Handel mit Emissionsrechten. Das sagte ein Unternehmenssprecher der "Financial Times Deutschland" (Mittwochausgabe). Vattenfall Europe ist das erste deutsche Unternehmen, das eine konkrete Kostenbelastung für den Emissionsrechtehandel vorlegt.

Unternehmen, die mehr Kohlendioxid ausstoßen als erlaubt, müssen künftig Zertifikate zukaufen. Umgekehrt können sie Zertifikate verkaufen, wenn sie unterhalb ihrer erlaubten Höchstmenge bleiben. Vattenfall Europe fürchtet nun Standortnachteile vor allem in Ostdeutschland, schreibt die Zeitung. In den dortigen Braunkohlekraftwerken erzeuge das Unternehmen rund 59 Prozent seines gesamten Stroms. Bei den Konkurrenten E.ON, RWE und Energie Baden-Württemberg (EnBW) liege der Anteil der besonders kohlendioxidintensiven Braunkohle an der Stromerzeugung deutlich niedriger.

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