Bilanz

Vattenfall hat 2008 weniger verdient

Der schwedische Energiekonzern Vattenfall hat im abgelaufenen Geschäftsjahr trotz gesunkener Strompreise bei Umsatz und Betriebsergebnis deutlich zugelegt. Der Stillstand der beiden Atommeiler Krümmel und Brunsbüttel kostete das Unternehmen jedoch 5,5 Milliarden Kronen, die Meiler sollen noch 2009 wieder ans Netz gehen.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Stockholm (ddp-nrd/sm) - Insgesamt stiegen die Erlöse gegenüber dem Vorjahr um 14,6 Prozent auf 164,5 Milliarden Kronen (15,2 Milliarden Euro) und das Ebit um 4,6 Prozent auf 29,9 Milliarden Kronen, wie das Unternehmen mitteilte. Zugleich sank jedoch der Gewinn um 14,1 Prozent auf knapp 17,8 Milliarden Kronen. Als Grund führte Vattenfall vor allem einmalige Steuereffekte in Deutschland im Jahr zuvor an.

Grund für den Anstieg des Betriebsergebnisses von 28,6 Milliarden auf 29,9 Milliarden Kronen seien unter anderem Wechselkurseffekte. Die in der zweiten Jahreshälfte gesunkenen Großhandelspreise für Strom hätten dagegen nur wenig Einfluss gehabt.

Deutschland-Geschäft rückläufig

Der Geschäftsbereich Central Europe, zu dem der viertgrößte deutsche Versorger Vattenfall Europe gehört, habe wegen der Abschaltung von zwei Atomkraftwerken und gestiegen Kosten für CO2-Emissionszertifikate einen Ebit-Rückgang um 1,3 Milliarden Kronen auf 15,0 Milliarden Kronen verzeichnet. Dieser sei ausschließlich auf das deutsche Geschäft zurückzuführen. Zum Umsatzanstieg des Bereiches um 12,4 Milliarden Kronen auf 142,3 Milliarden Kronen habe Deutschland 10,8 Milliarden Euro beigetragen.

Im Geschäftsbereich Nordic stiegen die Erlöse den Angaben zufolge von 46,7 Milliarden Kronen auf 48,8 Milliarden Kronen. Das Ebit erhöhte sich von 12,4 Milliarden Kronen auf rund 16,8 Milliarden Kronen.

Zugleich ist 2008 dem Unternehmen zufolge die Produktion in den Segmenten Kernenergie und fossile Energie gesunken, während die Energiegewinnung aus alternativen Quellen zulegte.

Brunsbüttel und Krümmel sollen 2009 wieder ans Netz

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Absolute Zahlen für den deutschen Markt wies Vattenfall nicht aus. Zugleich gab das Unternehmen jedoch an, dass die beiden infolge einer Pannenserie abgeschalteten Kernkraftwerke Krümmel und Brunsbüttel das Betriebsergebnis mit mehr als 5,5 Milliarden Kronen belasteten.

Zugleich gab der Konzern bekannt, die beiden schleswig-holsteinischen Atomkraftwerke möglichst noch im Laufe des Jahres wieder ans Netz bringen zu wollen. "Das hängt aber nicht nur von uns, sondern auch von der Aufsichtsbehörde ab", sagte Vattenfall-Sprecherin Barbara Meyer-Bukow am Donnerstag auf ddp-Anfrage und bestätigte damit Aussagen von Konzernchef Lars Josefsson auf der Bilanzpressekonferenz im schwedischen Stockholm.

In beiden AKW seien die Reparaturarbeiten bislang aber noch nicht abgeschlossen, sagte Meyer-Buckow. Mit einem Ende der Arbeiten sei auch "nicht in den nächsten Wochen und Monaten" zu rechnen. Brunsbüttel und Krümmel waren nach einem Kurzschluss beziehungsweise Trafobrand Ende Juni 2007 abgeschaltet worden.

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