Weniger Sicherheit

Vattenfall Europe nicht zufrieden mit EEG-Novelle

Wegen der unerwarteten Änderungen im EEG befürchtet der Netzbetreiber Vattenfall Europe neue, noch nicht kalkulierbare Lasten und schließt eine Erhöhung der Netznutzungsentgelte nicht aus. Grund ist das "gewaltig schwankende Windkraft-Stromaufkommen, das oftmals ausgeglichen werden muss.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Berlin (red) - Die am Freitag im Bundestag verabschiedete Novelle zum Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) enthält einige, in letzter Minute vorgenommene Korrekturen, die aus Sicht von Vattenfall Europe für die Stromkunden und die Wirtschaft im Norden und Osten Deutschlands massive Nachteile mit sich bringen. "Die Gesetzesnovelle führt im Ergebnis zu weniger Versorgungssicherheit bei höheren Kosten. Damit hat die Politik einmal mehr eine Gefahrenlage verschärft, die einen Krisenfall bis hin zum großflächigen Blackout wahrscheinlicher werden lassen", erklärte Wolfgang Neldner, Geschäftsführer der Vattenfall Europe Transmission GmbH.

Schon seit Jahren kämpfe der Übertragungsnetzbereich des drittgrößten deutschen Stromkonzerns damit, das gewaltige, aber auch gewaltig schwankende Windkraft-Stromaufkommen ins eigene Netz einzuspeisen und dabei die Systemsicherheit zu gewährleisten wie auch den diesbezüglichen Verpflichtungen der europäischen Übertragungsnetzorganisation UCTE nachzukommen. Wegen der unerwarteten Änderungen im EEG kämen laut Neldner nun neue, noch nicht kalkulierbare Lasten auf die Vattenfall Europe Transmission GmbH zu, die als Netzbetreiber für das Hochspannungsnetz in den neuen Bundesländern zuständig ist. "In letzter Konsequenz zwingt uns dies, die Netznutzungsentgelte in unserem Übertragungsgebiet deutlich zu erhöhen. Damit wird der Strom für Verbraucher und Wirtschaft teurer", stellte Neldner fest.

Die Notwendigkeit, die Netznutzungsentgelte zu erhöhen, sieht Vattenfall Europe Transmission in zwei Punkten begründet: (1) Die EEG-Novelle lasse die Förderung auch ineffizienter Windkraftstandorte unverändert und führe zu einem weiteren Zubau von Windenergieanlagen an windertragsarmen Standorten im Binnenland. Bei vermehrtem Anschluss ertragsschwacher Standorte würden die Kosten für Ausgleichsenergie, für den Anschluss der regenerativen Anlagen und den Ausbau der Netze zum Ferntransport der Energie steigen. (2) Die Novelle sei auch unter dem Aspekt der Versorgungssicherheit ausgesprochen riskant, denn sie verschärfe den Anschlusszwang von Windkraftanlagen für den Netzbetreiber. Zukünftig könnten Netzbetreiber auch dann zum Anschluss neuer Windparks verpflichtet werden, wenn die eigene Netzkapazität schon erschöpft ist. Durch die Missachtung technischer Gegebenheiten und der Weigerung, dem Übertragungsnetzbetreiber ein gesetzliches Eingriffsrecht auf die installierte Windanlage ("Erzeugungsmanagement") zu gewähren, werde das Risiko von Netzausfällen weiter erhöht.

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