Hamburg und Berlin

Vattenfall Europe erhöht Strompreise zum 1. Juli (Upd.)

Vattenfall wird in Hamburg und in Berlin ab 1. Juli die Strompreise für Privat- und Gewerbekunden erhöhen. Als Gründe nannte der Konzern höhere Beschaffungskosten sowie Ausgaben zur Förderung erneuerbarer Energien. Als Konsequenz der Erhöhungen wurde erneut ein schärferes Kartellrecht gefordert.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Der Energiekonzern Vattenfall Europe wird in Berlin ab 1. Juli die Strompreise für Privat- und Gewerbekunden erhöhen. Die Tarife würden durchschnittlich um 6,5 Prozent steigen, teilte ein Vattenfall-Sprecher am Mittwoch in Berlin mit. Das Unternehmen reagiere damit auf gestiegene Beschaffungskosten und höhere Ausgaben für die gesetzliche Förderung erneuerbarer Energien.

Vattenfall machte unter anderem geltend, dass die Preise an der Strombörse in Leipzig 2006 gegenüber dem Vorjahr um durchschnittlich 34 Prozent gestiegen sind. Das Unternehmen gebe nur einen Teil der gesamten Kostensteigerungen an seine Kunden weiter, betonte der Sprecher.

Berlins Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linkspartei.PDS) kritisierte die angekündigte Strompreiserhöhung und forderte als Konsequenz eine Verschärfung des Kartellrechts. An der Strombörse in Leipzig gebe es keinen wirklichen Wettbewerb. Vier Gebietsmonopolisten verfügten über einen Großteil der Erzeugerkapazitäten und die Preise an der Strombörse betrügen teilweise das Doppelte der Produktionskosten. Diese überhöhten Preise an die Verbraucher weiterzugeben, sei nicht zu rechtfertigen.

Wolf betonte, dass Vattenfall die Strompreise ohne Genehmigung der Preisprüfungsstelle in der Senatswirtschaftsverwaltung erhöht. Die staatliche Preisgenehmigung für Strom läuft zum 30. Juni 2007 aus.

Am Mittwoch war bereits bekannt geworden, dass Vattenfall auch in Hamburg die Strompreise erhöhen will. Die Preise stiegen dort durchschnittlich um 7,2 Prozent, teilte ein Vattenfall-Sprecher am Mittwoch in Hamburg mit. Nach der Preissenkung im September liegen die Strompreise nach Angaben des Sprechers künftig wieder auf dem Niveau von vor zwölf Monaten. Für einen Privatkundenhaushalt mit einem Jahresstromverbrauch von 2400 Kilowattstunden wirke sich der Schritt mit Mehrkosten von rund 2,60 Euro im Monat aus.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Photovoltaik Vergleich

    Solar Cluster: Photovoltaikanlage 2017 noch günstiger

    Wer über den Kauf einer Photovoltaikanlage nachdenkt, für den ergeben sich Experten zufolge 2017 weitere Pro-Argumente. Beispielsweise soll die Einspeisevergütung im Februar noch einmal steigen. Außerdem seien die Anlagen an sich günstiger geworden, so die Branchenvereinigung Solar Cluster.

  • Strompreise

    Höhe der Stromrechnung: Wohnort spielt eine Rolle

    Der Wohnort ist für die Höhe der Stromrechnung gar nicht so unwesentlich. Tatsächlich variieren die Strompreise je nach Bundesland erheblich. Das liegt auch an den unterschiedlich hohen Netzentgelten.

  • Stromnetz Ausbau

    Verbraucherschützer warnen vor Billigstromanbietern

    Verbraucherschützer warnen vor den Praktiken zahlreicher Billigstromanbieter. Nicht jeder günstige Anbieter sei empfehlenswert. "Man sollte sich genau ansehen, von wem man seinen Strom bezieht", rät der Bund der Energieverbraucher. Oft würden Kunden mit Billigangeboten gelockt und dann im Stich gelassen.

  • Strompreise

    Regierungsbeschlüsse zum Emissionshandel stoßen auf Kritik (Upd.)

    Die von der Bundesregierung beschlossenen Regeln zum Emissionshandel stoßen auf scharfe Kritik. Während die DUH die Förderung klimaschädlicher Kohlekraftwerke kritisiert, meint Vattenfall, dass so neue, hocheffizienter Braunkohlekraftwerke, die zum Klimaschutz beitragen sollen, benachteiligt werden.

  • Hochspannungsmasten

    FlexStrom bringt neues Ökostrom-Angebot auf dem Markt

    Für den bundesweit erhältlichen Tarif ÖkoFlex wird ausschließlich Strom aus regenerativen Energiequellen verwendet. Mit dem Angebot wendet sich der Stromlieferant an solche Kunden, die Energie ohne CO2-Belastung beziehen wollen.

Top