Vertragsbruch

Vattenfall droht mit Klage wegen Moorburg-Auflagen

Im Streit um das Hamburger Kohlekraftwerk Moorburg schließt der Energiekonzern Vattenfall eine Klage nicht mehr aus. "Da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen", sagte Vattenfall-Europe-Chef Tuomo Hatakka der "Süddeutschen Zeitung". Er warf den Hamburger Behörden Vertragsbruch vor.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

München (ddp/sm) - Die Hamburger Umweltsenatorin Anja Hajduk (Grüne) hatte das Kraftwerk in der vergangenen Woche unter weitreichenden Auflagen genehmigt. Technisch, wirtschaftlich und juristisch seien die Auflagen "eine Komplikation", sagte Hatakka. "Es ist sicher nicht ausgeschlossen, dass wir dagegen klagen."

Hatakka äußerte sich optimistisch zum möglichen Verkauf der Vattenfall-Übertragungsnetze. "Das Interesse ist groß", sagte er. Vattenfall hatte im Juli angekündigt, potenzielle Investoren auf einen Verkauf anzusprechen. Ziel sei es, die Aussichten für den Verkauf zunächst auszuloten. "Auf jeden Fall ist es eine gute Option", sagte Hatakka. Eine Abtrennung des Netzes sei grundsätzlich vernünftig.

Dagegen wandte er sich gegen die Idee einer "Deutsche Netz AG", in welche die vier großen Stromnetz-Betreiber ihre Netze einbringen könnten. "Meine Befürchtung ist, dass die Diskussion über die Netz AG den notwendigen Ausbau bremst", sagte Hatakka. "Das wäre gar nicht gut."

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