Jänschwalde

Vattenfall dementiert Aus für CO2-Testkraftwerk

Der Energiekonzern Vattenfall hat einen Pressebericht als falsch zurückgewiesen, demzufolge er den geplanten Bau eines Testkraftwerks zur unterirdischen Speicherung von Kohlendioxid (CO2) auf Eis gelegt hat. Eine solche Entscheidung sei nicht gefallen, sagte Firmensprecherin Kathi Miedtank am Donnerstag in Cottbus.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Cottbus (afp/red) - Das sei so "definitiv" nicht behauptet worden. Vattenfall werde vor einer Entscheidung über die Zukunft von Jänschwalde erst den Ausgang der Beratungen im Bundesrat abwarten, betonte die Sprecherin.

Die "Mitteldeutsche Zeitung" hatte am Donnerstag berichtet, Vattenfall habe den Bau des Demonstrations-Großprojekts im brandenburgischen Jänschwalde als Reaktion auf das neue Gesetz zur Erprobung der so genannten CCS-Technologie (Carbon Capture and Storage) gestoppt, das am Freitag im Bundesrat gebilligt werden soll.

Es sei richtig, dass der Konzern die im CCS-Gesetz vorgesehenen rechtlichen Rahmenbedingungen nach wie vor als nicht geeignet ansehe, sagte Miedtank. Zunächst bleibe aber die Entscheidung des Bundesrates abzuwarten.

Die Pläne zur CO2-Speicherung

Vattenfall betreibt in Jänschwalde ein Braunkohlekraftwerk. Bis 2015 will der Konzern dort nach den bisherigen Planungen ein CCS-Testkraftwerk bauen, in dem das bei der Braunkohleverbrennung entstehende CO2 abgetrennt, verflüssigt, über Pipelines zu unterirdischen Speichern in Brandenburg transportiert und dort gelagert werden sollte.

Das Projekt ist das einzige in Deutschland, in dem derzeit eine Erprobung der Technologie in großindustriellem Maßstab vorgesehen ist. Der Energiekonzern RWE hatte sein Vorhaben, im nordrhein-westfälischen Hürth ebenfalls ein Testkraftwerk zu bauen, bereits vor Monaten ausgesetzt.

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