Stellungnahme

Vattenfall begrüßt Baugenehmigung für Kraftwerk Moorburg

Vattenfall hat auf die eingeschränkte Genehmigung für sein umstrittenes Kohlekraftwerk Moorburg mit Zurückhaltung reagiert. Erst nach einer genauen Analyse der Unterlagen sei eine detaillierte Stellungnahme möglich, zudem sollen zuerst die erteilten Bestimmungen geprüft werden.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Hamburg (ddp.djn/sm) - Das Unternehmen werde in den nächsten Tagen erst einmal "eingehend prüfen, inwieweit die Bestimmungen und Nebenbestimmungen der erteilten Genehmigung mit dem Ende 2007 mit der Stadt Hamburg geschlossenen Vertrag in Einklang stehen", teilte eine Firmensprecherin mit. Der Versorger hatte vom alten CDU-Senat die vorläufige Baugenehmigung erhalten und vor rund zehn Monaten mit den Arbeiten begonnen. Das geplante Doppelblock-Kraftwerk soll 2012 den Betrieb aufnehmen.

Eine detaillierte inhaltliche Stellungnahme zu den Bestimmungen der Genehmigung sei erst nach eingehender Analyse der umfangreichen Unterlagen möglich. Vattenfall begrüße, dass der von der Hamburger Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) erteilte Bescheid die Genehmigungsfähigkeit des Steinkohle-Kraftwerks Moorburg bestätige. Der Energieerzeuger strebe nun eine sehr zügige Fortsetzung der Bauarbeiten an.

Zu Spekulationen, Vattenfall werde möglicherweise gegen die erheblichen Einschränkungen juristisch vorgehen, äußerte sich das Unternehmen nicht. Die für den Betrieb des Kraftwerks Moorburg nötig wasserrechtliche Erlaubnis wurde nach Angaben von Umweltsenatorin Anja Hajduk (GAL) nur teilweise erteilt. So darf das Kraftwerk an 250 Tagen im Jahr nur mit gedrosselter Leistung fahren, im Durchschnitt seien das nur zwei Drittel seiner Kapazität. Die beantragte Entnahmemenge von Kühlwasser aus der Elbe sei dazu eingeschränkt worden.

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