Neues Klima in Verhandlungen

USA wollen beim Klimaschutz führend werden

US-Außenministerin Hillary Clinton hat bei der internationalen Klimakonferenz in Washington einen Führungsanspruch ihres Landes im Kampf gegen die Erderwärmung angemeldet. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) begrüßte in Washington, "dass die Amerikaner nicht mehr abseits stehen".

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Washington (afp/red) - Die USA seien "bereit zu führen und entschlossen, verlorene Zeit wettzumachen", sagte Clinton am Montag zum Auftakt des Treffens. Sie bekräftigte, ihr Land habe mit dem Antritt von Präsident Barack Obama eine Kehrtwende in der Klimapolitik vollzogen: "Die USA sind nicht länger unentschuldigt abwesend", sagte sie.

Die US-Chefdiplomatin spielte damit auf die Vorgängerregierung unter Präsident George W. Bush an, der die weltweite Bedrohung durch die Erderwärmung stets heruntergespielt und verbindliche Klimaschutz-Maßnahmen abgelehnt hatte. Präsident Obama und seine gesamte Mannschaft fühlten sich dem Thema Klimaschutz verpflichtet, "und wir werden handeln", versicherte Clinton. Der Klimawandel sei eine Bedrohung "globalen Ausmaßes", die Folgen seien aber örtlich und national zu spüren.

"Wir wissen, dass der Klimawandel Leben und Existenzgrundlagen bedroht", sagte Clinton: "Wüstenbildung und der Anstieg des Meeresspiegels führen zu einem immer stärkeren Wettbewerb um Nahrung, Wasser und Ressourcen." Diese Risiken bedrohten auch die Stabilität von Regierungen und ganzen Gesellschaften, was zu Unruhen, Konflikten und Wanderungsbewegungen führen könne, mahnte Clinton. Nach Clintons Eröffnungsansprache tagten die Konferenzteilnehmer hinter verschlossenen Türen. An dem zweitägigen Treffen im US-Außenamt nehmen die 17 größten Wirtschaftsmächte sowie die Europäische Union und die UNO teil.

Gabriel begrüßte neue Richtung der USA

Umweltminister Gabriel sagte, inzwischen herrsche "ein völlig anderes Klima in den Verhandlungen". Er begrüße es, dass "die Amerikaner bereit sind, einen internationalen Vertrag mit bindenden Verpflichtungen für die Umwelt zu unterzeichnen". Allerdings sei Geduld gefragt: "Wir sind bei weitem noch nicht fertig, es gibt sicherlich noch ganz schwierige Verhandlungen", sagte Gabriel mit Blick auf die Verhandlungen über ein Nachfolgeabkommen für das Klimaschutz-Protokoll von Kyoto. Dieses läuft 2012 aus, auf dem Klimagipfel in Kopenhagen im Dezember soll der Nachfolgevertrag besiegelt werden.

Obama hatte die Ressortchefs zu dem "Forum der großen Wirtschaftsmächte zu Energie und Klima" eingeladen, um Bewegung in die schleppenden Verhandlungen für das Nachfolgeabkommen zu bringen. Das Kyoto-Protokoll selbst hatten die Vereinigten Staaten nicht ratifiziert.

Weiterführende Links
Das könnte Sie auch interessieren
  • Gaspreise

    IWF: Steuer auf Treibhausgase ist nötig

    Experten des Internationalen Währungsfonds sind der Ansicht, dass der Ausstoß von Treibhausgasen besteuert werden müsste, um die Vereinbarungen der Klimaschutzkonferenz in Paris einzuhalten. Man will versuchen, die Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen.

  • Flut

    Studien: Klimawandel bedroht Städte und vergrößert Armut

    Der Klimawandel wird einer Studie zufolge die armen Länder der Welt besonders hart treffen. Krankheit und Unterernährung seien die Folgen. Einer weiteren Studie zufolge wird selbst eine Begrenzung der Erderwärmung auf zwei Grad nicht verhindern können, dass Städte wie Hongkong oder New York zum Teil im Meer versinken.

  • Strompreise

    Bonner Konferenz: Keine Einigung auf Klimaschutz-Ziele

    Der Leiter des UN-Klimasekretariats, Yvo de Boer, sieht noch zahlreiche Hindernisse bis zum Abschluss eines Kyoto-Nachfolge-Abkommens. Auf der Klimaschutzkonferenz in Bonn, die Vorbereitung auf die UN-Klimagipfel in Kopenhagen, haben sich die Teilnehmer nicht auf verbindliche Ziele zur Emissionsminderung einigen können.

  • Hochspannungsmasten

    Energieeffizienzgesetz droht endgültig zu scheitern

    Das Energieeffizienzgesetz steht vor dem Aus. Bundeswirtschaftsminister zu Guttenberg (CSU) sagte dem "Handelsblatt", es bestehe "ein grundsätzlicher Dissens zwischen dem Bundesumweltministerium und meinem Haus". Nach mehrfachen Verschiebungen war geplant, das Gesetz am kommenden Mittwoch ins Kabinett einzubringen.

  • Telefontarife

    Panne in den USA: Sex-Hotline statt Hillary Clinton

    Ziemlich unangenehm und ziemlich ungewöhnlich, wenn man als seriöser Journalist eigentlich Hillary Clinton sprechen wollte und plötzlich bei einer Sex-Hotline landet. Doch genau das ist in den USA passiert.

Top