Trotz Energiewende

USA prüft Endlagerung von Atom-Müll

Die neue US-Regierung will in den kommenden Monaten einen Plan zur Endlagerung von Atom-Müll ausarbeiten, um eine langfristige Nutzung der Kernkraft zu ermöglichen. Damit verzichtet Washington trotz der geplanten Energiewende nicht auf Nukleartechnik.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Washington (afp/sm) - Trotz der geplanten energiepolitischen Wende würden die USA weiter auf Atomenergie als "essentiellen Bestandteil unseres Energiemixes" setzen, sagte Energieminister Steven Chu am Mittwoch bei einer Anhörung im Senat in Washington. Er werde eine Expertenkomission einberufen, die Vorschläge zur bislang ungelösten Frage einer Endlagerung des Abfalls machen soll.

Die Aufgabe werde "in diesem Jahr erledigt" werden müssen, sagte Chu. Die gegenwärtige Lagerung des Atommülls vor Ort in den einzelnen Atomkraftwerken werde zwar "noch einige Jahrzehnte lang sicher sein", sagte er. Doch könne die Lagerfrage im Rahmen einer langfristigen Strategie zur Nutzung der Atomenergie nicht ausgeklammert werden.

In den USA, die etwa 20 Prozent des Energiebedarfs aus Atomenergie decken, gibt es derzeit noch kein Endlager für atomaren Abfall, der bei der Produktion anfällt. Die neue US-Regierung von Präsident Barack Obama hat den seit Jahren diskutierten Plan für den Bau einer solchen Lagerstätte in den Yucca-Bergen im Bundesstaat Nevada eine Absage erteilt. Gegen diese Pläne waren Bürgerinitiativen Sturm gelaufen.

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