Klimaschutz / Ölpest

USA: Neuer Gesetzentwurf zum CO2-Ausstoß angekündigt

Die US-Demokraten wollen im Senat einen neuen Anlauf für ein Gesetz zum Klimaschutz unternehmen. Der demokratische Senator John Kerry und sein parteiunabhängiger Kollege Joe Lieberman kündigten für Mittwoch die Vorlage eines Gesetzentwurfs zum CO2-Ausstoß an. Aus dem Golf von Mexiko gibt es indes schlechte Nachrichten.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Washington/New Orleans (afp/red) - Dieser soll erstmals den Ausstoß an klimaschädlichem CO2 USA-weit regeln. Die Vorlage eines Entwurfs war zuvor mehrfach verschoben worden.

Kerry und Lieberman äußerten die Hoffnung, dass sich auch einige Republikaner dem Vorhaben anschließen würden. "Wir sind zuversichtlich, die nötige Stimmenzahl zu bekommen, um das Gesetz noch in diesem Jahr zu verabschieden", erklärten sie. Der Entwurf soll den Klimaschutz und die Modernisierung der US-Energieversorgung durch erneuerbare Energien vorantreiben.

Das Repräsentantenhaus hat einen solchen Entwurf bereits verabschiedet. Im Senat, wo eine Mehrheit von 60 der 100 Stimmen erforderlich ist, gibt es beträchtlichen Widerstand vor allem von Republikanern, aber auch von einigen konservativen Demokraten.

Unterdessen hat der Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko einen herben Rückschlag erlitten. Am Samstag musste der Versuch, in 1500 Metern Tiefe eine Stahlglocke über dem sprudelnden Bohrloch abzusetzen, abgebrochen werden, weil sich nach Angaben des Ölkonzerns BP Eiskristalle in der Konstruktion gebildet hatten.

Der britische Ölkonzern begann zudem mit Entlastungsbohrungen. Es dürfte jedoch noch rund drei Monate dauern, bis dieses Verfahren seine volle Wirkung entfaltet. Bislang verhinderten günstige Winde, dass der Ölteppich, der mittlerweile die Größe eines kleinen Staates erreichte, in großem Umfang an die US-Küste schwappte.

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