Umweltkatastrophe

US-Regierung leitet Ermittlungen wegen Ölpest ein

Die US-Regierung geht mit rechtlichen Schritten gegen die Verantwortlichen für die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko vor. Das Justizministerium in Washington kündigte am Dienstag an, es seien straf- und zivilrechtliche Ermittlungen eingeleitet worden. Die Aktie des britischen Energiekonzerns BP brach weiter ein.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

New Orleans (afp/red) - "Wir werden nicht ruhen, solange nicht für Gerechtigkeit gesorgt wurde", sagte Justizminister Eric Holder bei einer Pressekonferenz in New Orleans. Er sicherte zu, "dass die Verantwortlichen der Katastrophe sie beseitigen und die zerstörten Naturressourcen wiederherstellen oder ersetzen müssen".

US-Präsident Barack Obama hatte den Verantwortlichen kurz zuvor mit rechtlichen Schritten gedroht. "Wenn unsere Gesetze gebrochen wurden, ... dann verspreche ich feierlich, dass wir die Verantwortlichen vor Gericht bringen werden", sagte Obama in Washington. Bei einer kurzen Ansprache im Rosengarten des Weißen Hauses sagte Obama, er werde die Verantwortlichen im Namen der "Opfer dieser Katastrophe und der Bewohner der Region des Golfes von Mexiko" zur Rechenschaft ziehen. Wenn nötig, wolle er zudem die Gesetze ändern, um zu verhindern, dass sich eine solche Katastrophe wiederholen könne. Die Ölpest sei "die schlimmste Umweltkatastrophe dieser Art" in der Geschichte der USA.

Die Bohrinsel "Deepwater Horizon" vor der Südküste der USA war am 20. April explodiert, dabei starben elf Menschen. Zwei Tage später sank die Bohrinsel. Seitdem strömten Millionen Liter Öl ins Meer. Am Wochenende war der Versuch gescheitert, das Bohrloch in 1500 Metern Tiefe mit Schlamm und Zement zu versiegeln.

Am Dienstag startete BP einen neuen Versuch, das Austreten des Öls zumindest einzudämmen. Ferngesteuerte Roboter sollen unter Wasser die Steigleitung absägen und eine Art Trichter über dem Bohrloch anbringen. Das Öl soll dann abgepumpt werden. BP-Einsatzleiter Doug Suttles sagte in Louisiana, die Vorrichtung könne möglicherweise schon "in den nächsten 24 Stunden" angebracht werden.

Nach einem Feiertag am Montag reagierten die Börsen von London und New York am Dienstag auf die schlechten Nachrichten für BP. Am Vormittag sank der Kurs zeitweise um mehr als 15 Prozent. BP gab allein die bislang entstandenen Kosten der Katastrophe mit rund 990 Millionen US-Dollar (etwa 811 Millionen Euro) an. Darin seien auch Kosten zur Eindämmung der Umweltschäden enthalten. Bereits in den vergangenen Wochen war der Aktienkurs von BP stark gefallen.

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