Preissteigerungen

Urheberrecht: Handyherstellern drohen Extra-Gebühren

Eine neuer Streit um Urheberrecht-Forderungen ist entbrannt und mit ihm die Gefahr, dass zusätzliche Kosten auf Verbraucher zukommen könnten.

Smartphone-Tarife© Michael Rogner / Fotolia.com

Eine neuer Streit um Urheberrecht-Forderungen ist entbrannt und mit ihm die Gefahr, dass zusätzliche Kosten auf Verbraucher zukommen könnten. Momentan geht es den ganz Großen der Mobilfunkbranche an den Kragen, darunter die Chefs von Apple, Sony, Samsung und Google. Von diesen werden hunderte Millionen Euro jährlich aufgrund von Überspielungsrechten verlangt. Weil die Hersteller bisher nicht verhandeln wollten, droht ihnen nun eine Klagewelle.

Alle großen Hersteller betroffen

Die Forderungen kommen von der deutschen Zentralstelle für private Überspielungsrechte (ZPÜ) und richten sich an alle großen Handyhersteller, berichtete Spiegel Online am Montag. Grund für die Zahlungsaufforderungen: Mit Smartphones und Handys können Kopien angefertigt werden. So verlangt die ZPÜ 36 Euro für jedes Mobiltelefon mit Touchscreen und mindestens acht GB Speicherkapazität, 16 Euro für Touchscreen-Smartphones mit geringerem Speicher, oder 12 Euro für Handys ohne Touchscreen.

700 Millionen jährlich

Die ZPÜ ist wahrscheinlich nicht für jedermann ein Begriff. Unter der Gema wiederum kann man sich etwas vorstellen. Hinter der ZPÜ stehen die Verwertungsgesellschaften - das sind insgesamt neun Gesellschafter, darunter auch die Gema, die VG Bild-Kunst und die VG-Wort. Diskussionen um Urheberrecht-Abgaben entstanden in den 1960er Jahren mit der Nutzung von Tonbandgeräten und der Möglichkeit, Musikstücke zu kopieren. Für gewerblich oder auch privat genutzte PCs gibt es bereits eine Abgabe und auch die Möglichkeit, einem Gesamtvertrag beizutreten. Der Verband Bitkom zeigt sich mit dieser Abgabe einverstanden. Die Handy-Gebühr jedoch sieht der Chef der Bitkom kritisch: "Die Verwertungsgesellschaften verlangen allein von den Handy-Herstellern rund 700 Millionen Euro pro Jahr." Wie sich die Gebühren letztendlich auf den Endverbraucher auswirken, bleibt noch komplett offen.

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