Bericht

Uran-Vorräte könnten bis 2020 knapp werden

Der Atombrennstoff Uran wird sich einem EU-Bericht zufolge in den kommenden Jahren rasant verknappen und verteuern. Spätestens 2020 würde demnach der bislang erschlossene Uranvorrat nicht mehr ausreichen, um den Bedarf zu decken. Schon seit 1990 allerdings übersteigt der Bedarf die Produktion.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (afp/red) - Wie die "Berliner Zeitung" am Montag unter Berufung auf die EU-Kontrollbehörde ESA berichtete, dürfte spätestens ab 2020 das Uran aus den erschlossenen Minen nicht mehr ausreichen, um den heutigen Verbrauch von knapp 70 Kilotonnen Uran durch die 435 bestehenden Atomkraftwerke zu decken.

Bereits seit 1990 übersteigt demnach der Uran-Bedarf die weltweite Produktion und müsse aus Lagerbeständen und abgerüsteten Atomwaffen aufgefüllt werden. Die Verknappung führte bereits zwischen 2003 und 2007 zu einer Preissteigerung um 1300 Prozent, berichtete das Blatt weiter unter Berufung auf Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums. Käme es zu dem von der OECD-Nuklearbehörde NEA angestrebten Ausbau der weltweiten AKW-Leistung von heute 375 auf mindestens 550 Gigawatt, wäre laut "Berliner Zeitung" bereits 2025 nicht mehr genug Uran am Markt.

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