Strahlenbelastung

Untersuchung der Asse-Beschäftigten dauert noch eineinhalb Jahre

Die Untersuchung der radioaktiven Belastung aller ehemaligen und derzeitigen Beschäftigten des Atommülllagers Asse wird nach Angaben des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) noch rund eineinhalb Jahre dauern. Es sei geplant, bis Ende 2010 alle Informationen auszuwerten und das "Gesundheitsmonitoring Asse" abzuschließen.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Wolfenbüttel (ddp/red) - Dies teilte das BfS in der aktuellen Ausgabe der Broschüre "Asse Einblicke" mit. Der Abschlussbericht werde dann der Öffentlichkeit vorgestellt.

Das Bundesamt hatte das Gesundheitsmonitoring gestartet, nachdem Medien im Winter über Krebs- und Leukämieerkrankungen ehemaliger Asse-Arbeiter berichtet hatten. In die Untersuchung und Befragung werden den Angaben zufolge alle Personen einbezogen, die von 1967 bis heute mehr als vier Wochen unter Tage beschäftigt waren oder noch sind. Das Monitoring bilde eine wichtige Grundlage, um die Frage eines Zusammenhangs zwischen der beruflichen Strahlenbelastung und der Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung zu klären.

Der Abschlussbericht werde auch Empfehlungen für den zukünftigen Arbeits- und Strahlenschutz in der Asse enthalten, kündigte das BfS an. Zudem könne dann jeder Beschäftigte auf Anfrage Informationen zu seiner Strahlenbelastung erhalten. Das Bundesamt hat seit Jahresbeginn drei Ausgaben der "Asse Einblicke" herausgegeben. Die Broschüre wird in der Region um das Atommülllager kostenlos verteilt oder ausgelegt, um die Bevölkerung über das Bergwerk und die Maßnahmen des Betreibers BfS zu informieren.

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