Projekt

Unternehmerverbände Niedersachsen wollen auf Handel mit Emissionsrechten vorbereiten

Die Unternehmerverbände Niedersachsen e. V. und die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) haben in Hannover ein Projekt zur Vorbereitung der niedersächsischen Wirtschaft auf einen branchenübergreifenden Emissionsrechtehandel vorgestellt. Damit fiel der Startschuss für ein Pilot-Vorhaben zur Umsetzung von europäischem Recht zum Klimaschutz auf nationaler Ebene.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Für die praktische Anwendung des für das Jahr 2005 geplanten europäischen Handels mit Emissionsrechten gibt es bisher keine Erfahrungen. "Mit diesem Projekt greift erstmalig in der Bundesrepublik ein Wirtschaftsverband aktiv das Thema Emissionshandel auf, um praxisnahe Instrumente und Werkzeuge zu erproben und die weitere Ausgestaltung zu begleiten", sagte Dr. Volker Müller, Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbände Niedersachsen.

"Die Unternehmen sollen in die Lage versetzt werden, für sich realistische Szenarien für die Einsparung von Kohlendioxid zu entwickeln, um auf deren Basis investitionsrelevante Entscheidungen für Kohlendioxid-Reduzierungsmaßnahmen treffen zu können", fasste Dr. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der DBU, das Projektziel zusammen. Letztlich solle jedes Unternehmen dann selbst bewerten können, ob es die vorgegebenen Reduktionsziele durch Beteiligung am Emissionshandel oder durch direkte Investition in Emissionsminderungsmaßnahmen kostengünstiger vornehmen kann. Die DBU fördert das auf zwei Jahre angelegte Projekt mit 600 000 Euro.

Die Erfahrungen vereinzelter deutscher und europäischer Simulationsprojekte sollen zunächst ausgewertet und unter den Gesichtspunkten der Praxistauglichkeit vernetzt werden, um den Unternehmen ein einheitliches Informationsniveau zur Entscheidungsfindung zu geben. Hierbei sei es dringend erforderlich, insbesondere auch die kleinen und mittleren Unternehmen über die Chancen und Risiken aufzuklären.

Zu den teilnehmenden Unternehmen gehören aber auch größere, unter anderem Kraftwerke, Zementhersteller, Papierproduzenten und Unternehmen der Stahlindustrie, da diese zu den Hauptbetroffenen zählen. "Wir haben uns bewusst dazu entschlossen, auch große Unternehmen einzubeziehen, da nur so die für eine realistische Handelssituation erforderliche Menge an Zertifikaten zusammenkommen kann", erläuterte Brickwedde. Ziel des Projektes ist es, Betriebe einzubeziehen, die für etwa zehn Prozent des gesamtdeutschen Kohlendioxid-Ausstoßes verantwortlich sind.

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