Chancen und Risiken des Emissionshandels

Unternehmen aus Schleswig-Holstein und Hamburg testen neues Klimaschutzinstrument

Derzeit bereiten sich zehn norddeutsche Unternehmen auf die Anforderungen des neuen Klimaschutzinstruments "Emissionshandel" vor. Das Projekt unter dem Namen "Emissionshandel Nord" gibt ihnen die Möglichkeit, frühzeitig Chancen und Risiken zu erproben und so bei Einführung durch die EU Wettbewerbsvorteile erzielen zu können.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

In einem von der Energiestiftung Schleswig-Holstein und der Vereinigung der Industrie- und Handelskammern in Schleswig-Holstein sowie der Vereinigung der Unternehmensverbände in Hamburg und Schleswig-Holstein e. V. angestoßenem Projekt bereiten sich derzeit zehn norddeutsche Unternehmen auf die Anforderungen dieses neuen Klimaschutzinstruments "Emissionshandel" vor. Denn mit der von Russland angekündigten baldigen Ratifizierung stehen das für den internationalen Klimaschutz so bedeutende Kyoto-Protokoll und damit der Einsatz des Emissionshandels quasi in den Startlöchern.

Reduzierung der Treibhausgase

Auf europäischer Ebene drängt die dänische Ratspräsidentschaft zur Verabschiedung des überarbeiteten EU-Richtlinienentwurfs durch den EU-Ministerrat noch vor Ablauf dieses Jahres. Die EU-Mitgliedsstaaten sind deshalb aufgefordert, die konkrete Umsetzung dieses neuen Instruments zur Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen in die Wege zu leiten. In diesem Zusammenhang eröffnet das im Mai 2002 begonnene Pilotvorhaben "Emissionshandel Nord" den zehn teilnehmenden Unternehmen aus Schleswig-Holstein und Hamburg die Möglichkeit, die sich ergebenden Chancen und Risiken eines Handels mit den sogenannten Kohlendioxid-Zertifikaten belastbar zu erproben.

Potenzial ermitteln

Dazu werden neben der Erstellung zukünftig verwendbarer Emissionsinventare und der Durchführung einer Handelssimulation für jedes einzelne Unternehmen die Potenziale zur Emissionsminderung und Kostensenkung ermittelt. Denn erst die genaue Kenntnis der unternehmensspezifischen Vermeidungskosten ermöglicht ein gewinnorientiertes strategisches Agieren in einem späteren Emissionshandelssystem. Auf diese Weise wird ein wichtiger Beitrag zur Beantwortung der zahlreichen offenen Fragen zur konkreten Ausgestaltung des Emissionshandels geleistet.

Methodische und verfahrenstechnische Schwierigkeiten

In intensiven Diskussionen sind bereits umfangreiche methodische und verfahrenstechnische Schwierigkeiten deutlich geworden, die bei der möglichst gerechten Zuweisung von Emissionsberechtigungen auftreten können. Eine besondere Bedeutung kommt hierbei der Definition der Systemgrenzen zu: "Wer ist im Emissionshandelssystem drin und wer bleibt außen vor?", lautet die vereinfachte Frage. Von dieser Fragestellung sind so unterschiedliche Aspekte betroffen wie die Kraft-Wärme-Kopplung der Einsatz von Ersatzbrennstoffen, Emissionen, die im Produktionsprozess insbesondere in der Zement- und Stahlindustrie anfallen, sowie die Neuerrichtung und Stilllegung von Anlagen.

Wettbewerbsvorteile

Dr. Holger Krawinkel, Vorstand der Energiestiftung Schleswig-Holstein, beurteilt die Vorteile dieses Projektes so: "Die teilnehmenden Unternehmen können sich schon jetzt aktiv auf die kommenden Herausforderungen einstellen und werden so nach der Einführung des europaweiten Emissionshandelssystems Wettbewerbsvorteile genießen. Durch das Pilotvorhaben wird andererseits ein Anstoß zur weiteren Verbesserung der Energieeffizienz in der Wirtschaft Schleswig-Holsteins und Hamburgs gegeben."

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