Finanizeller Schaden

Unrentabler Windpark Nordleda: Schadensersatzverhandlungen mit Betreiber gescheitert

Kein Schadensersatz und keinen Rückkauf: Die Kommandisten des Energiekontor-Windparks Nordlea fühlen sich geprellt und drohen jetzt mit rechtlichen Schritten. Zudem hätte Energiekontor jetzt die Kommunikation abgebrochen. Das Bremer Unternehmen bestreitet dies und steht den Klageandrohungen gelassen gegenüber, da es keine Grundlage gebe.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Dem Windparkprojektierer Energiekontor weht derzeit einer rauer Wind um die Nase: Nachdem das Unternehmen in den vergangenen Monaten zwei unrentable Windparks von den Kommanditisten zurückgekauft hat, muss es sich jetzt den Vorwurf gefallen lassen, bei den Verhandlungen über den Rückkauf eines dritten Windparks ein unakzeptables Angebot gemacht zu haben. Nach Angaben der Kläger sind in der letzten Woche auch die Verhandlungen über einen alternativen Schadensersatz gescheitert. "Nach dem letzten Gespräch, an dem alle Gesprächsteilnehmer mit ihren Rechtsanwälten teilnahmen, brach Energiekontor die Kommunikation ab. Rechtliche Schritte gegen Energiekontor können damit nicht mehr ausgeschlossen werden", kündigte der Beiratsvorsitzende Reinhard Ernst aus Diepholz an.

Bei dem betroffenen Windpark Nordleda geht es um einen Windpark mit zehn Windkraftanlagen, die von weiteren 33 Anlagen eingekreist sind. Dieser Umstand sei von Energiekontor im Prospekt verschwiegen worden, monieren die Anleger. Außerdem seien zwangsläufig einige Anlagen in ein Mischgebiet verschoben worden und müssten daher nachts abgeschaltet werden. Nachdem die Anleger Energiekontor eine Mängelliste vorgelegt hatten, sagte das Unternehmen zu bei nachgewiesenen Fehlern für den quantifizierbaren Schaden einzustehen. Das anschließend vorgelegte Angebot akzeptieren die Anleger nicht.

Im Juni begannen dann die Schadensersatzverhandlungen. Ein von Energiekontor angekündigtes Konzept für ein Schiedsgerichtsverfahren wurde allerdings nicht vorgelegt. Stattdessen verweigert Energiekontor jetzt jede Kommunikation. "Es muss schon ein Wunder passieren, wenn es hier noch zu einer gütlichen Lösung kommen soll", sagt Reinhard Ernst. Er schloss einen Rechtsstreit nicht mehr aus.

Die Bremer Energiekontor AG bestritt hingegen, dass die Kommunikation mit den Gesellschaftern abgebrochen sei. Gleichzeitig steht das Unternehmen "den Klageandrohungen gelassen gegenüber, da es für diese keine Grundlage gibt", ist sich Bianca Frischer, Geschäftsführerin der Energiekontor-EK-GmbH sicher.

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