"Ablasshandel für Klimasünden"

UNO plant Emissionshandel für Privatleute

Die UNO plant eine Online-Plattform, auf der Privatleute verursachte CO2-Emissionen neutralisieren können. Hier soll jedermann Klimazertifikate von Unternehmen kaufen können, um so seinen ökologischen Fußabdruck zu verkleinern und beispielsweise die Emissionen einer Flugreise auszugleichen.

Flieger© jarma / Fotolia.com

Berlin (AFP/red) - Die Vereinten Nationen planen eine Online-Plattform für den Ausgleich von Kohlendioxidemissionen. Wie die "Süddeutsche Zeitung" in ihrer Freitagsausgabe berichtete, soll jeder im "United Nations Climate Credite Store" seine ökologischen Fußabdrücke auf der ganzen Welt neutralisieren können. Nach Informationen der Zeitung und des WDR soll die Plattform in der kommenden Woche vorgestellt werden.

Unternehmen sollen Zertifikate auch an Privatpersonen verkaufen

Der "Ablasshandel für Klimasünden" solle so einfach sein wie ein Einkauf im Internet und durch den Handel mit internationalen Klimazertifikaten funktionieren. Diese Zertifikate können Unternehmen schon seit Jahren als Gegenleistung für besonders ökologische Vorgehensweisen oder Projekte beantragen. Auf der UN-Plattform können sie diese nach Angaben der Zeitung nun nicht nur an Firmen oder Regierungen, sondern auch an Privatleute verkaufen, die damit beispielsweise die Umweltfolgen einer Flugreise ausgleichen möchten.

Zweifel an der Klimafreundlichkeit

Den Preis legen die Anbieter demnach selbst fest, kurze Beschreibungen ihrer Projekte sollen den Kunden bei der Wahl des für sie am besten passenden Zertifikats helfen. Umweltschützer haben laut "Süddeutscher Zeitung" Zweifel an der Klimafreundlichkeit der Projekte, da in ihren Augen viele Zertifikate in der Vergangenheit zu leichtsinnig vergeben wurden und Vorgaben für die Nachhaltigkeit fehlten.

Quelle: AFP

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