Anstrengungen nicht ausreichend

UNO fordert Milliardenhilfe für Klimaschutz in Entwicklungsländern

Die Industriestaaten müssen die Entwicklungsländer nach Ansicht der UNO beim Klimaschutz pro Jahr mit rund 80 Milliarden Euro unterstützen. Der Leiter des UNO-Umweltprogramms UNEP, Achim Steiner, sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", der Klimawandel sei schließlich bislang vor allem von Industrieländern verursacht worden.

Stromnetz Ausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Osnabrück (ddp/sm) - "Die fünf bis sechs Milliarden US-Dollar, die derzeit der Weltbank als Klima-Investitionsfonds zur Verfügung gestellt werden, reichen sicher nicht", sagte er.

Zu den Verhandlungen über das EU-Klimapaket sagte Steiner, es gebe sicher Bestrebungen einiger Regierungen und vor allem der energieintensiven Industrie, die EU-Klimaziele aufzuweichen. Europa könne sich einen solchen Rückschritt aber allein unter Wettbewerbsgesichtspunkten nicht leisten. Die EU müsse neuen Akteuren und Technologien eine zentrale Rolle zuweisen. "Es ist der falsche Weg, dass allein diejenigen, die heute mit ihren legitimen, aber letztlich unternehmenspolitischen Interessen unsere Volkswirtschaft prägen, auch unsere Zukunftsoptionen definieren", sagte Steiner.

Die Mittel für die Bewältigung der gegenwärtigen Finanzkrise dürften nicht allein gebunden werden, um die bestehenden Wirtschaftssektoren des 20. Jahrhunderts zu stabilisieren, mahnte Steiner. Gefragt seien Investitionen in die Wirtschaft von morgen. Schon heute erzeugten allein Photovoltaik, Solarprodukte, Windenergie und Energieeffizienz Milliardenumsätze.

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