Kritik

Union: Neues Energieforschungsprogramm mit erheblichen Mängeln

Das neue Energieforschungsprogramm habe nicht nur inhaltliche Mängel, sondern es beende auch nicht die teilweise chaotischen Zustände, großen Reibungsverluste und unnötigen Verzögerungen aufgrund von Abstimmungsprobleme zwischen Umwelt-, Wirtschaft- und Forschungsministerium, bemängelte die Union.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Berlin (red) - Die Opposition hat das von der Regierung kürzlich vorgelegte 5. Energieforschungsprogramm als "nicht ausreichend" kritisiert. Die forschungspolitische Sprecherin der CDU/CSU- Bundestagsfraktion, Katherina Reiche, und der zuständige Berichterstatter, Axel Fischer, bemängelten zudem, dass es die gravierenden Mängel rot-grüner Energiepolitik nicht beseitige.

Zwar seien die Ansätze zur Kraftwerksentwicklung, insbesondere zum emissionsarmen Kraftwerk für fossile Brennstoffe durchaus zu begrüßen, sie würden aber allein nicht ausreichen, teilten Reiche und Fischer mit. Schwächen des Programms seien zudem die Vernachlässigung der nuklearen Kraftwerke und der Grundlagenforschung. Dies betreffe die Fusionsforschung und die Erschließung neuer Energieressourcen.

Dagegen würden bei den erneuerbaren Energien falsche Schwerpunkte gesetzt. Die Forschungsmittel würden auf Bereiche konzentriert, ohne nach der volkswirtschaftlichen Sinnhaftigkeit zu fragen. Forschung bei den erneuerbaren Energien empfinde auch die Union als wichtig, sie müsse sich jedoch auf die Verbesserung der Energieausbeute und der Wirtschaftlichkeit der Anlagen konzentrieren.

"Das neue Energieforschungsprogramm hat nicht nur inhaltliche Mängel, sondern es beendet auch nicht die teilweise chaotischen Zustände, großen Reibungsverluste und unnötigen Verzögerungen aufgrund von Abstimmungsprobleme zwischen Umwelt-, Wirtschaft- und Forschungsministerium. Die Zuständigkeit der Energieforschung gehört ins Forschungsministerium, die Aktivitäten sind dort zu bündeln", fassten Reiche und Fischer zusammen.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Tagebau

    Stiftung: Ohne Subventionen wäre Kohlestrom viel teurer

    Einer Studie zufolge erhält die Kohleindustrie etwa zehn Milliarden Euro jährlich aus Steuergeldern. Nur die Atomindustrie werde in der EU noch stärker gefördert, so die Heinrich-Böll-Stiftung. Ohne die Zuwendungen wäre der Strom aus Kohlekraft deutlich teurer.

  • Kraftwerk

    EU rechnet Atomstrom-Kosten offenbar künstlich niedrig

    Die EU verschleiert in ihren Zukunftsplänen für Europas Energieversorgung laut einer Studie die wahren Kosten von Atomstrom und benachteiligt dadurch die ökologische Stromerzeugung. Die Kosten für Atomstrom würden "systematisch" unterschätzt, jene für alternative Energieerzeugung überschätzt.

  • Hochspannungsmasten

    Energiegipfel: Industrie und Energiewirtschaft fordern Stärkung des Standortes

    Kurzfristig haben sich heute in Berlin der Bundesverband deutscher Industrie und seine energieerzeugenden und -verbrauchenden Mitgliedsunternehmen getroffen. Sie sind in Sorge um die Zukunft des Standortes Deutschland und verlangen nun von der Bundesregierung ein langfristig tragfähiges Energiekonzept.

  • Hochspannungsmasten

    Erweiterte EU mit kaum verändertem Energiemix

    Seit 1. Mai besteht die Europäische Union aus 25 Staaten - der Energiemix hat sich dadurch jedoch kaum verändert. Aktuellen Daten des Branchenverbands VDEW zufolge, bilden Kernenergie und fossile Brennstoffe weiterhin die Basis. Es folgt die Wasserkraft, aus der etwa elf Prozent des benötigten Stroms erzeugt werden.

  • Strom sparen

    VDE: Bis 2020 muss die Hälfte des Kraftwerkparks ersetzt werden

    Ohne ein energiepolitisches Gesamtkonzept drohen Deutschland Engpässe in der Stromversorgung. Das befürchtet der VDE und fordert daher auch klare Zuständigkeiten für Energiefragen in den Ministerien und eine bessere Forschungsförderung. Nach Angaben des Verbandes werden die anstehenden Kraftwerkserneuerungen etwa 70 Milliarden Euro kosten.

Top