Konstruktive Gespräche

Union beharrt auf niedrigeren Strompreisen bei Laufzeitverlängerung

Der umweltpolitische Sprecher von CDU und CSU, Peter Paziorek, bleibt hart bei seinen Forderungen nach Strompreissenkungen bei der Genehmigung verlängerter Atomlaufzeiten. Verhandlungen würden nur Sinn machen, wenn dabei etwas Positives für alle herauskommt.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Die Union will trotz Bedenken der Atomwirtschaft einer Verlängerung der Laufzeiten von Kernkraftwerken nur zustimmen, wenn dies zu günstigen Strompreisen führt. "Ich fordere die Betreiber zu konstruktiven Gesprächen über den Strompreis auf", sagte der umweltpolitische Sprecher der Union, Peter Paziorek (CDU), der "Berliner Zeitung" (Mittwochausgabe). Verhandlungen nach einem Wahlsieg der Union machten nur Sinn, "wenn dabei etwas Positives für die Verbraucher und für den Standort Deutschland herauskommt".

Paziorek verwies dabei auf das Wahlprogramm der Union. In diesem heiße es, dass sich die durch längere Laufzeiten der Kernkraftwerke resultierende höhere Rendite auch in niedrigeren Strompreisen niederschlagen müsse, sagte der CDU-Umweltpolitiker. Er wies damit die Kritik der Atomwirtschaft an einen Koppelgeschäft aus Laufzeitverlängerung und Strompreissenkung zurück. "Welches Interesse sollte die Politik an längeren Laufzeiten haben, wenn es nicht zu einem Gewinn für alle kommt?", fragte der Unions-Experte im selben Stil, wie es einen Tag zuvor der Chef des Deutschen Atomforums, Walter Hohlefelder, getan hatte.

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