Studie

UN sieht noch eine Chance im Kampf gegen den Klimawandel

Die Vereinten Nationen sehen trotz des Scheiterns der UN-Weltklimakonferenz in Kopenhagen im vergangenen Dezember noch eine Chance, den Klimawandel einzudämmen. Grundlage für diesen vorsichtigen Optimismus ist eine neue Studie - die allerdings auch neue Aufgaben bereit hält.

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Bali/Bonn (ddp/red) - Wie aus einer aktuellen Studie des UN-Umweltprogramms (UNEP) hervorgeht, müssen die UN-Staaten dafür aber ihre Anstrengungen erhöhen. Die Autoren der Studie gehen davon aus, dass der Treibhausgasausstoß bis 2050 um bis zu 72 Prozent sinken muss, um die Erderwärmung auf maximal zwei Grad zu begrenzen. Das Gutachten wurde auf dem Globalen Umweltministerforum in Bali vorgestellt, an dem auch Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) teilnimmt.

Das sogenannte Zwei-Grad-Ziel ist Teil der Kopenhagener Vereinbarung, auf die sich eine kleine Gruppe von Staaten auf der Weltklimakonferenz in der dänischen Hauptstadt im vergangenen Dezember verständigt hatte. Wenn die Staaten der Empfehlung der UNEP folgten, bestehe eine 50-prozentige Chance, dieses Ziel zu erreichen, teilte die Organisation am Dienstag mit. Die bisherigen Empfehlungen des Weltklimarats IPCC sahen eine weltweite Reduzierung der Treibhausgase bis zur Mitte des Jahrhunderts um 50 Prozent vor.

Die Autoren des UNEP-Gutachtens untersuchten die Klimaschutzvorhaben von 60 Staaten, die in der Folge der Kopenhagener Konferenz ihre Ziele bei der UN-Klimarahmenkonvention vorgelegt haben. UNEP-Chef Achim Steiner sagte, den Zahlen lägen sicherlich "eine Menge Vermutungen" zugrunde, gleichzeitig böten sie aber einen Anhaltspunkt, wo die Staaten stünden und welche Anstrengungen sie noch unternehmen müssten.

Die Uno-Klimarahmenkonvention (UNFCCC) teilte unterdessen mit, dass die nächste Runde der Klimaverhandlungen bereits vom 9. bis 11. April in Bonn stattfinden werde. Nach der Weltklimakonferenz in Kopenhagen bedeute dies eine schnelle Rückkehr zu den Verhandlungen, sagte der UNFCCC-Leiter Yvo de Boer am Dienstag in Bonn. Die Entscheidung, die Verhandlungen zu intensivieren zeige den Willen der Regierungen, die nächste Klimakonferenz im mexikanischen Cancun zu einem Erfolg zu führen. Diese findet vom 29. November bis 10. Dezember statt. De Boer hatte vergangene Woche zum 1. Juli seinen Rücktritt angekündigt.

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