Klimawandel

UN-Klimachefin schlägt Verlängerung des Kyoto-Protokolls vor

Die neue Chefin des UN-Klimasekretariats, Christiana Figueres, hat eine Verlängerung des Kyoto-Protokolls ins Gespräch gebracht. Damit soll verhindert werden, dass nach dem Ende der ersten Verpflichtungsperiode des Abkommens Ende 2012 eine rechtliche Grauzone entsteht.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin/Bonn (ddp/red) - "Die Regierungen müssen sich den unterschiedlichen Auffassungen über eine zweite Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls stellen, nicht zuletzt deswegen, um Klarheit über die Zukunft des Emissionshandels zu schaffen", sagte Figueres am Donnerstag in Bonn. Das UN-Klimasekretariat hat daher ein Papier erarbeitet, in dem mehrere rechtliche Möglichkeiten genannt werden, um diese Lücke zu vermeiden.

1997 hatten sich die Teilnehmerstaaten der UN-Klimarahmenkonvention (UNFCCC) im japanischen Kyoto darauf verständigt, den weltweiten Kohlendioxidausstoß bis 2012 um rund fünf Prozent im Vergleich zu 1990 zu reduzieren. Bislang haben 190 Staaten das Protokoll ratifiziert. Die Verpflichtungsperiode begann 2008 und läuft Ende 2012 aus. Für den Zeitraum danach gibt es keine Regelung.

Das UN-Klimasekretariat zieht laut dem am Dienstag veröffentlichten Papier daher unter anderem eine Verlängerung der Verpflichtungsperiode um ein oder zwei Jahre in Erwägung. Figueres stellte klar, dass es den Regierungen freigestellt sei, welche Form sie wählten.

Figueres zeigte sich überzeugt, dass sich die Regierungen auf der nächsten Klimakonferenz Ende des Jahres im mexikanischen Cancún auf die nächsten Schritte im Kampf gegen den Klimawandel verständigen werden. "Lassen Sie uns Cancún als sehr, sehr wichtigen Schritt betrachten, aber nicht als abschließende Lösung." Sie stellte klar, dass ein neues Abkommen nicht die alleinige Lösung im Kampf gegen den Klimawandel darstelle. Die Idee, dass "ein einziges magisches, weltweites Abkommen" alle Probleme lösen könne, werde den bereits gemachten Schritten nicht gerecht und verkenne zudem die Notwendigkeit weiterer Innovationen.

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