Windenergieerlass

Umweltverbände sprechen sich für natur- und landschaftsverträglichen Windkraftausbau aus

Den von der Landesregierung angekündigten Windenergieerlass haben die nordrhein-westfälischen Naturschutzverbände zum Anlass genommen, sich erneut für den Ausbau der Windkraft auszusprechen. Sie forderten die Kommunen auf, geeignete Windkraftvorranggebiete auszuweisen. Durch den neuen Erlass sei eine Planung im Einklang mit Natur- und Landschaftsschutz möglich.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Die drei NRW-Naturschutzverbände BUND, LNU und NABU haben sich für einen natur- und landschaftsverträglichen Ausbau der Windenergie ausgesprochen. Anlass war der Entwurf des für Anfang Mai angekündigten Windenergieerlasses der Landesregierung.

Klaus Brunsmeier, Landesvorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), bringt es auf den Punkt: "Die Windkraft in Nordrhein-Westfalen leistet mit über 1000 Megawatt installierter Leistung schon heute einen beachtlichen Beitrag zum Klimaschutz. Ein vergleichbares Braunkohlekraftwerk emittiert etwa zehn Millionen Tonnen Kohlendioxid jährlich. Will Nordrhein-Westfalen seine Klimaschutzziele erreichen, muss die Windkraftnutzung weiter ausgebaut werden. Die Kommunen müssen endlich ihre Hausaufgaben machen und geeignete Windkraftvorranggebiete ausweisen. Der neue Windkrafterlass der Landesregierung ist hierfür eine gute Grundlage." Bis Ende 2001 hätten erst gut die Hälfte der NRW-Kommunen rechtswirksam Konzentrationsflächen für Windenergieanlagen ausgewiesen. Dieses Manko ist nach Ansicht der Naturschutzverbände der Grund für die häufigen Konflikte vor Ort. Mit dem neuen Windenergie-Erlass der Landesregierung sei bei richtiger Anwendung eine Planung im Einklang mit den Zielen des Natur- und Landschaftsschutzes möglich.

Verbesserungsbedarf sehen die Naturschutzverbände jedoch bei der sogenannten Eingriffsregelung. Josef Tumbrinck, Landesvorsitzender des Naturschutzbundes Deutschland (NABU): "In Nordrhein-Westfalen wird bislang die Errichtung von bis zu zwei Windkraftanlagen von der Eingriffsregelung ausgenommen. Eine mögliche Beeinträchtigung des Naturhaushaltes und des Landschaftsbildes fließt damit nur unzureichend in die Abwägung bei der Genehmigung von Windkraftanlagen ein. Hier gilt es, die notwendige Novellierung des Landschaftsgesetzes vorzunehmen und den Erlass in punkto Raumbedeutsamkeit von Windkraftanlagen nachzubessern." Unbestreitbar sei, dass Windkraftanlagen zu einer Veränderung des Landschaftsbildes führen. Mark vom Hofe, Vorsitzender der Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt (LNU): "Das Schutzgut Landschaftsbild muss in Zukunft angemessen berücksichtigt werden. Hierzu sind systematische Kriterien zu dessen Bewertung zu entwickeln und in die Genehmigungspraxis einzuführen. Elemente einer solchen Bewertung könnten z.B. der Anteil naturraumtypischer Landschaftselemente, der Anteil kulturhistorisch typischer Siedlungs- und bauformen oder aber auch die Erholungseignung und -nutzung der Landschaften sein." Bedenklich sei, so der LNU-Vorsitzende, dass trotz einiger Einschränkungen die Errichtung von Windenergieanlagen im Wald möglich werden soll: "Wald genießt eine hohe ökologische Bedeutung und erfüllt insbesondere die Funktion der Erholung in der freien Landschaft". Daher sei zu hoffen, dass die Möglichkeiten der Restriktion auch seitens der Genehmigungsbehörden genutzt würden.

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