Kyoto-Nachfolgeabkommen

Umweltschützer enttäuscht über UN-Klimakonferenz in Bonn

Umweltschutzverbände haben sich enttäuscht über den Verlauf der UN-Klimaschutzkonferenz in Bonn gezeigt. Der Schwung der Klimaverhandlungen sei durch den fehlenden politischen Willen auf höchster Ebene gebremst worden, erklärte die Organisation Germanwatch am Freitag zum Abschluss der Konferenz.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Bonn (ddp-nrw/red) - Auch für den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat die Konferenz keine Fortschritte gebracht. Das Zustandekommen eines Klimaschutzabkommens sei gefährdet, hieß es. "Das Pokern der Industriestaaten um die globale Klimazukunft ist inakzeptabel. Die ins Spiel gebrachten CO2-Reduktionsziele sind dem Klimawandel völlig unangemessen und ein Affront gegenüber den Entwicklungsländern", kritisierte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger.

Vorberietung auf Weltklimakonferenz

Rund 3000 Delegierte aus fast 200 Ländern haben seit Pfingstmontag in Bonn an einem Kyoto-Anschlussabkommen gearbeitet. Das im Jahr 2012 auslaufende Kyoto-Klimaschutzprotokoll soll auf der Weltklimakonferenz in Kopenhagen vom 7. bis 18. Dezember durch ein globales Klimaschutzabkommen ersetzt werden.

Der UNO-Konvention über Klimaveränderungen gehören 192 Länder an. Sie ist Grundlage für das 1997 verabschiedete Kyoto-Protokoll, in dem sich 37 größtenteils hoch industrialisierte Länder von insgesamt 184 Unterzeichnern verpflichtet haben, den Ausstoß an Treibhausgasen um vorgeschriebene Mengen zu reduzieren.

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