Falsche Antwort auf Finanzkrise

Umweltpolitiker gegen Aufweichung der Klimaziele

Umweltpolitiker der Koalition haben Vorstöße aus den eigenen Reihen zum Aufweichen der Klimaziele zurückgewiesen. "Wir dürfen die Finanzkrise nicht zum Anlass nehmen, jetzt beim Klimaschutz nachzulassen", sagte der Unions-Klimaexperte im Bundestag, Andreas Jung (CDU), der "Berliner Zeitung".

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Für entsprechende Vorstöße habe er kein Verständnis. Jung kritisierte auch die Automobilwirtschaft. Statt für weniger Klimaschutz zu werben, solle die Automobilindustrie besser an einer zukunftsträchtigen und nachhaltige Produktpalette arbeiten.

Der Klimaschutzexperte Frank Schwabe (SPD) forderte ein Machtwort der Kanzlerin. "Angela Merkel muss ihren Laden zusammenhalten", sagte er. Nunmehr zeige sich, dass Teile der Union die Tragweite des Klimawandels offenbar nicht in Gänze durchdrungen hätten. "Weniger Klimaschutz ist die völlig falsche Antwort auf die Finanzmarktkrise." Nicht zuletzt deswegen habe die Koalition eine Ausweitung der Gebäudesanierung beschlossen.

Grüne warnen vor Aufweichung der Klimaziele

Die Grünen-Bundesvorsitzende Claudia Roth warnt die Bundesregierung vor einer Minderung der EU-Klimaziele. "Angesichts der ökonomischen Potenziale einer ökologisch orientierten Wirtschaft ist eine Herabsetzung der Klimaziele in der gegenwärtigen wirtschaftlichen Lage ein falsches Signal", so Roth. Mit einer Abschwächung der Klimaziele würde Deutschland seine Glaubwürdigkeit in der Energie- und Umweltpolitik endgültig verspielen.

Der Bremer Umweltsenator Reinhard Loske (Grüne) warf der Bundesregierung mangelnde klimapolitische Glaubwürdigkeit vor. Bei den Kohlendioxid-Grenzwerten für Automobile agiere sie in Brüssel als reine Industrielobby, beim Emissionshandel bereite sie faule Kompromisse vor. "Während in den USA Aufbruchstimmung herrscht und Klimaschutz als Jobmotor erkannt wird, regiert in Deutschland eine Koalition des klimapolitischen Kleinmuts", kritisierte Loske.

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