Konferenz in Berlin

Umweltministerium will Geothermie-Projekte anstoßen

Die zweitägige Veranstaltung, die das Bundesumweltministerium derzeit zum Thema Geothermienutzung in Berlin veranstaltet, richtet sich an potenzielle Investoren sowie an Vertreter aus Wirtschaft und Forschung. Es werden Technologien sowie deren Chancen und besonderen Herausforderungen dargestellt.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Auf das Potential der Erdwärme zur Stromerzeugung wies heute Rainer Baake, Staatssekretär im Bundesumweltministerium hin. "Mit der Verwendung geothermischer Energie werden wir in die Lage versetzt, eine nach menschlichen Maßstäben unendliche Ressource künftig sinnvoll zu nutzen", sagte Baake im Umweltforum Berlin zur Eröffnung einer Tagung über die Chancen zur Nutzung der Erdwärme für Stromerzeugung und Wärmeversorgung.

Die zweitägige Veranstaltung des Bundesumweltministeriums richtet sich an potenzielle Investoren sowie an Vertreter aus Wirtschaft und Forschung. Sie zielt darauf ab, weitere Projekte anzustoßen. Dazu werden die Technologien sowie deren Chancen und besonderen Herausforderungen dargestellt und die Vorgehensweise für eine effiziente und erfolgreiche Umsetzung eines Geothermieprojektes erläutert.

Für die Stromerzeugung sei die Geothermie eine besonders interessante Form der erneuerbaren Energie, führte Baake aus. Sie könne unabhängig von Wetter und Jahreszeit Strom liefern und sei damit grundlastfähig. In Deutschland sei ein technisches Potenzial von knapp 300 Terawattstunden pro Jahr berechnet worden, was etwa der Hälfte der gegenwärtigen Bruttostromerzeugung in Deutschland entspreche.

"Die Geothermie hat zwar noch nicht die technische Reife wie beispielsweise die Energieerzeugung aus Wind, Biomasse oder Wasserkraft - aber es geht erkennbar voran", sagte Baake. Mit der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) seien im vergangenen Jahr die Rahmenbedingungen für die Nutzung der Erdwärme erheblich verbessert worden. So beträgt die gesetzlich garantierte Vergütung bei Geothermieanlagen bis zu einer Leistung von fünf Megawatt mindestens 15 Cent pro Kilowattstunde.

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