Umweltministerium und Vertreter von BNFL an einem Tisch

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com
British Nuclear Fuels (BNFL) hat Vertreter des Bundes Umweltministeriums (BMU) kürzlich in Bonn über die jüngsten Ereignisse in der MOX-Demonstrationsanlage (MDF) informiert und darüber hinaus Gutachten der britischen Atom-Aufsichtsbehörde "Health and Safety Executive" (HSE/NII) hinsichtlich der verschiedenen Anlagen am Standort Sellafield vorgelegt.


Die BNFL-Delegation unter Leitung von Commercial Director Jeremy Rycroft gab den Vertretern des BMU eine detaillierte Erklärung zu den Vorgängen in der MDF ab. Insbesondere konnte BNFL die Unterschiede zwischen den japanischen Fällen - dort unterblieb die zweite Qualitätskontrolle aufgrund menschlichen Fehlverhaltens einzelner - und dem Fall PreussenElektra/Unterweser klären. In diesem Fall war sichergestellt, dass sich die MOX-Brennstoffe (Pellets) in Übereinstimmung mit den Spezifikationen befanden und damit ein sicherer Einsatz im Reaktor gewährleistet war. Nach Ansicht der BNFL handelt es sich in dieser Angelegenheit um einen menschlichen Irrtum, für den BNFL PreussenElektra gegenüber ihr tiefes Bedauern ausgedrückt hat. Die britischen Aufsichtsbehörde empfiehlt BNFL ein Safety Management System (SMS) für sämtliche Anlagen in Sellafield und die Anhebung des Niveaus SMS der alten Anlagen in Sellafield auf dasjenige der neuen Anlagen wie z.B. THORP. Zusätzlich sollen Inspektionen, Begutachtungen und laufende Prüfungen der BNFL-SMS-Massnahmen durch unabhängige Dritte erfolgen.


Verärgert zeigte sich BNFL über die Anweisungen des BMU an das GRS/Öko-Institut, das eine zusätzliche Begutachtung des Transportsystems der BNFL für abgebrannte Brennelemente durchführen soll. BNFL machte in diesem Zusammenhang sehr deutlich, dass sie darin eine generelle Diskriminierung insbesondere ihres Transportsystems sieht. BNFL wies noch einmal auf die äußerst geringen Überschreitungen hin, wie sie von GRS/Ökoinstitut nach dem Transportstopp im Mai 1998 bestätigt worden sind. Darüber hinaus betonte BNFL, dass HSE/NII nicht die für die Transporte zuständige Aufsichtsbehörde sei, sondern vielmehr das britische Transport-Ministerium "Department of Transports and the Regions" (DETR). BNFL sagte dem BMU eine kontinuierliche, vorrangige Information, insbesondere über für das BMU relevante Ereignisse zu. Für die zweite Aprilhälfte 2000 wurde ein nachfolgendes Gespräch in Sellafield vereinbart.


(ots)

Das könnte Sie auch interessieren
Top