Windenergie

Umweltministerium stellt Strategie zur Windenergienutzung auf dem Meer vor

Derzeit diskutieren Experten aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Forschung über die Strategie zur Nutzung der Offshore-Windkraftanlagen. Mit der Erzeugung von Strom auf dem Meer soll bis 2030 drei Fünftel des heutige Stroms aus Atomkraft erzeugt werden.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com
Auf einem zweitägigen Kongress in Berlin präsentiert das Bundesumweltministerium gestern und heute seine Strategie zur Nutzung der Windenergie auf dem Meer. "Der Ausbau der Windenergienutzung auf See hat eine zentrale Bedeutung für die zukünftige Energieversorgung. Er soll schrittweise erfolgen und umwelt- und naturverträglich ausgestaltet werden," betonte Umwelt-Staatssekretär Rainer Baake zur Eröffnung vor Teilnehmern aus Politik, Verwaltung, Verbänden, Wirtschaft und Forschung.

Die Nutzung aller erneuerbaren Energien liefere einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Sie sei die Voraussetzung für eine zukunftsfähige und nachhaltige Energieversorgung und dies wiederum trage auch zum Schutz des Naturhaushaltes bei, heißt es in dem BMU-Papier. Das Potential der Windkraft auf dem Meer sei ein wichtiger und unverzichtbarer Bestandteil der Energiewende. Ein umwelt- und naturverträglicher Ausbau der Windenergienutzung auf See setze voraus, dass die Belange des Natur- und Umweltschutzes in allen Phasen der Projekte berücksichtigt würden. Entsprechend den langfristigen Szenarien zur Energiewende halten die Experten bis zum Jahr 2030 eine installierte Windenergieleistung von insgesamt 36 000 bis 42 000 Megawatt an Land und auf See für erreichbar. Dies bedeutet 95 bis 110 Milliarden Kilowattstunden Stromertrag pro Jahr. Damit würde schon im Jahr 2030 allein die Windkraft drei Fünftel der Strommenge erzeugen, die im letzten Jahr in der Bundesrepublik von Atomkraftwerken erzeugt worden ist, so die Prognose des Ministeriums.

Die Windenergieprojekte auf See sind allerdings noch mit verschiedenen technischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Unsicherheiten verbunden. In allen diesen Bereichen wird Neuland betreten. Das Bundesumweltministerium schlägt deshalb ein schrittweises Vorgehen beim Ausbau der Windenergienutzung auf See vor. Jede Stufe soll durch Erforschung der Auswirkungen auf Umwelt und Natur begleitet werden. Die Vorbereitungsphase wird sich dabei über die nächsten zwei Jahre, bis 2003, erstrecken. Zweck dieser Phase sind Untersuchungen und Forschung an den möglichen geeigneten Standorten. Dazu werden insbesondere Mittel aus dem Zukunftsinvestitionsprogramm der Bundesregierung bereitgestellt. In der Startphase ab 2003 oder 2004 sollen erste Windparks mit bis zu 40 Anlagen pro Park gebaut werden. In der dann folgenden ersten Ausbauphase bis 2010 sollen bis zu 3000 Megawatt Windenergieleistung an geeigneten Standorten installiert werden. Diese Windparks werden dann bis zu zehn Milliarden Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugen. Die weitere Ausbauphase bis 2030 sieht einen Ausbau auf 20 000 bis 25 000 Megawatt vor. Die Offshore-Windkraftanlagen würden dann 70 bis 85 Milliarden Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugen. Dies wären etwa drei Viertel der für diesen Zeitpunkt insgesamt eingeplanten 95 bis 110 Milliarden Kilowattstunden Strom aus Windkraft.

Das Positionspapier des Bundesumweltministeriums zur Offshore-Windenergienutzung und eine vom Deutschen Windenergie-Institut (DEWI) erarbeitete Studie zum Weiteren Ausbau der Windkraft im Hinblick auf den Klimaschutz gibt es unter www.bmu.de/erneuerbare-energien.

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