Sicherheitsmanagement

Umweltministerium in Baden-Württemberg überprüft alle Atomkraftwerke

Der schwerwiegende Vorfall im Kernkraftwerk Philippsburg ist Anlass für eine sicherheitstechnische Überprüfung aller Kernkraftwerke in Baden-Württemberg.

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com

Aufgrund der Vorkommnisse in Block 2 des EnBW-Kernkraftwerks Philippsburg hat auch das baden-württembergische Umweltministerium eine Überprüfung der anderen Kernkraftwerke im Bundesland, Philippsburg Block 1, Gemeinschaftskraftwerk Neckarwestheim Block 1 und 2 sowie Kernkraftwerk Obrigheim, angeordbet. Die Überprüfung hat bisher ergeben, dass im Kernkraftwerk Obrigheim für etwa eine Woche in einem Borwasserbehälter des Sicherheitseinspeisesystems die Borkonzentration und der Füllstand geringfügig von den Betriebsvorschriften abgewichen waren. Zu ähnlichen Abweichungen ist es - nach den Angaben der EnBW - auch beim Wiederanfahren nach dem Abschluss der Jahresrevision in den zurückliegenden Jahren gekommen.

Nach einer ersten Einschätzung des Ministeriums stand bei Obrigheim zu jedem Zeitpunkt fest, in welchem Zustand sich die Anlage befand. Die Störfallbeherrschung war – ebenfalls nach einer ersten Einschätzung der Aufsichtsbehörde - nicht beeinträchtigt. Eine vorübergehende Abschaltung des KWO sei daher nicht geboten. Für die Kernkraftwerke in Neckarwestheim sowie für das Kernkraftwerk Philippsburg, Block 1 liegen dem Ministerium für die Jahresrevision 2001 bisher nach Angaben des Betreibers keine Erkenntnisse über Abweichungen von den vorgeschriebenen Borkonzentrationen und Füllständen vor. Die vom Vorstandsvorsitzenden der EnBW angekündigte und mit dem baden-württembergischen Umwelt- und Verkehrsministerium besprochene Überprüfung aller Kraftwerke zurück bis zum Jahr ihrer jeweiligen Inbetriebnahme soll zusätzliche Erkenntnisse darüber bringen, ob weitere Vorkommnisse gegeben waren.

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