EnBW wehrt sich jedoch

Umweltministerium beklagt Mängel im AKW Philippsburg

Der Zwist zwischen Umweltministerium und EnBW über den Atommeiler Philippsburg geht weiter: Gestern erhob die Trittin-Behörde neue Vorwürfe in Zusammenhang mit Mängeln im Sicherheitsmanagement, woraufhin die EnBW "mit Nachdruck" dementierte. Man habe die Aufklärung jederzeit aktiv vorangetrieben.

Strompreise© Andre Bonn / Fotolia.com

Berlin/Philippsburg (ddp/sm) - Das Bundesumweltministerium sieht erneut Mängel im Sicherheitsmanagement von Block 2 des baden-württembergischen Atomkraftwerks Philippsburg. Der Kraftwerksbetreiber EnBW müsse "seine Entscheidungsprozesse im Rahmen einer Ursachenanalyse detailliert offen legen", forderte das Ministerium am Donnerstag in Berlin.

Zu einer entsprechenden Anordnung gegenüber der EnBW habe man das baden-württembergische Umweltministerium als Aufsichtsbehörde und das Stuttgarter Wirtschaftsministerium als Genehmigungsbehörde am Mittwoch aufgefordert. Die EnBW solle zudem durch eine nachträgliche Auflage verpflichtet werden, künftig bei Zweifeln an der Störfallbeherrschung unverzüglich die Aufsichtsbehörde zu informieren.

Der Betrieb der Anlage sei seit Juni 2004 unverändert fortgesetzt worden, obwohl seitdem "nicht mehr davon ausgegangen werden konnte, dass die Beherrschung eines Störfalls mit plötzlichem Kühlmittelverlust nachgewiesen war", betonte das Bundesumweltministerium. Erst nachdem die Staatsanwaltschaft mit einer Zeugenvernehmung gedroht habe, habe die EnBW am 12. Januar 2005 erforderliche Maßnahmen getroffen und die Aufsichtsbehörde davon in Kenntnis gesetzt.

Die EnBW hat die Vorwürfe unterdessen "mit Nachdruck" zurückgewiesen. Man sei "stets allen Zweifeln und Fragen im Zusammenhang mit der Beherrschung dieses theoretischen Kühlmittelverluststörfalls intensiv und aktiv nachgegangen", teilte der Konzern als Reaktion mit. "Die EnBW kann belegen, von Anfang an die Untersuchung der theoretischen Fragen und die Aufklärung des Sachverhalts stets aktiv vorangetrieben zu haben. Die Sicherheit beim Betrieb der Anlage hatte dabei immer höchste Priorität", hieß es weiter.

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