Energie-Reise

Umweltministerin Höhn betont Bedeutung von Biomasse

Im Rahmen der vierten Journalistenreise der Landesinitiative Zukunftsenergien NRW hat die Umweltministerin des Landes Nordrhein-Westfalen, Bärbel Höhn, die Bedeutung und das Potenzial von Biomasse hervorgehoben: "Biomasse bietet ideale Möglichkeiten für eine wirtschaftliche Energiegewinnung". Bis zu 200.000 Anlagen könnten in der BRD betrieben werden.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Gemeinsam mit der nordrhein-westfälischen Umweltministerin Bärbel Höhn nahmen dieser Tage knapp 20 Medienvertreter an der vierten Journalistenreise der Landesinitiative Zukunftsenergien NRW teil. Im Rahmen der Rundfahrt hob die Ministerin hervor, dass Biomasse "ideale Möglichkeiten für eine wirtschaftliche Energiegewinnung" biete.

Im landwirtschaftlichen Bereich, so Höhn, habe die Nutzung der Biomasse ein besonders hohes Potenzial. Nach aktuellen Schätzungen könnten 200.000 Anlagen mit landwirtschaftlichen Abfällen bundesweit betrieben werden - bisher aber sind es erst knapp 1000. Im Rahmen des REN-Programmes NRW seien seit 1988 mehr als 300 Projekte auf der Basis Deponiegas, Klärgas, Holzverfeuerungs- und BHKW-Anlagen, Biomasse- und Biogasanlagen mit rund 40 Millionen Euro gefördert worden. Laut Höhn bewirken sie eine jährliche Kohlendioxid-Minderung von 228.000 Tonnen. Allein mit der Holzabsatz-Förderrichtlinie NRW, die seit 1998 Holzheizungen mit bis zu 40 Prozent der Investitionskosten bezuschusst, habe man bis Ende vergangenen Jahres rund 380 Anlagen gefördert. "Die Gesamtwärmeleistung aller Anlagen lag bei ca. 80 MW," so Bärbel Höhn.

Ministerin und Journalisten besuchten zunächst die Holzhackschnitzelanlage der Haus Vogelsang GmbH in Datteln-Ahsen, wo rund 700 Kubikmeter Holzschnitzel 60.000 Liter Heizöl pro Jahr ersetzen. Weitere Station der Fahrt war der Hof Loick in Dorsten-Lembeck. Dort wird aus hofeigener Biomasse wie etwa Gülle und Mais sowie Reststoffen aus der Produktion von Verpackungsmaterial aus nachwachsenden Rohstoffen und Lebensmittelabfällen Biogas gewonnen. Das Gas wird anschließend in einem Blockheizkraftwerk zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt. Mit den so erzeugten zwei Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr können 500 Haushalte versorgt werden. Gleichzeitig fallen drei Millionen Kilowattstunden Wärme im Jahr an.

Letzte Station war der "Blaue Turm" in Herten. Dabei handelt es sich um eine Pilotanlage, in der durch ein neuartiges, weltweit einmaliges Verfahren Biomasse jeglicher Art - von Pflanzen- und Tierresten bis hin zu Papier- und Klärschlämmen - zu Strom, Wärme oder Methanol beziehungsweise Wasserstoff umgewandelt wird. Diese Gaserzeugungsanlage bringt eine Leistung von einem Megawatt.

Die Biomasse in Nordrhein-Westfalen ist auch Thema des Magazins der Landesinitiative Zukunftsenergien NRW "Innovation & Energie" Nr. 3/2001. Das Magazin kann unter der Faxnummer 0211-8664222 kostenlos bestellt werden.

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