Entlassung rechmäßig?

Umweltministerien dringt auf Informationen zu Neckarwestheim

Die Entlassung des Leiters von Block II des EnBW-Kernkraftwerks Neckarwestheim sorgt weiter für Schlagzeilen. Während der Mann am Freitag beim Arbeitsgericht Heilbronn Klage gegen seine außerordentliche Kündigung erhob, teile EnBW heute mit, die Entlassung geschah wegen "verbaler Ausfälle".

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Stuttgart/Berlin (ddp-bwb/sm) - Landes- und Bundesumweltministerium dringen auf weitere Informationen im Fall des im Juli entlassenen Kraftwerksleiters im Atomkraftwerk Neckarwestheim. Beide Ministerien verständigten sich nach einem ersten Bericht aus Stuttgart darauf, dass "vertiefende" Untersuchungsergebnisse geliefert werden müssten, wie die Sprecher, Michael Scheuren in Berlin und Rainer Gessler in Stuttgart, am Montag auf ddp-Anfrage sagten. Das Bundesumweltministerium pocht darauf, weiter "zeitnah und vollständig" unterrichtet zu werden.

Die überraschende Entlassung hatte im Juli Spekulationen ausgelöst, Hintergrund seien Sicherheitsfragen im AKW Neckarwestheim, dessen Block II der Mann geleitet hatte. Er erhob am Freitag vergangener Woche beim Arbeitsgericht Heilbronn Klage gegen seine außerordentliche Kündigung. Dafür lägen keine Gründe vor. Der Energiekonzern EnBW, der Neckarwestheim betreibt, teilte dagegen mit, die Kündigung sei verhaltensbedingt ausgesprochen worden.

Gründe seien "querulatorisches Verhalten" und "verbale Ausfälle gegenüber unmittelbaren Vorgesetzten" in einem Meeting Ende Juni, hieß es bei EnBW. Dabei seien auch Sicherheitsfragen besprochen worden, es sei aber nicht um Sparmaßnahmen gegangen. EnBW wolle eine konzernweite Sicherheitskultur und keine "bereichsspezifischen Biotope und Wagenburgmentalitäten".

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