Atom-Steuer und mehr

Umweltminister Gabriel plant ökologische Steuerreform

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) will das deutsche Steuersystem auf eine ökologische Grundlage stellen. Wie der "Spiegel" berichtet, schlägt Gabriel in einem Strategiepapier vor, die Mehrwertsteuer für zahlreiche Waren, die Natur oder Klima schonen, auf sieben Prozent zu senken.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (ddp/sm) - Im Gegenzug solle die Steuer bei anderen Produkten auf den üblichen Satz von 19 Prozent angehoben werden. So solle der Bevölkerung ein Anreiz für den Kauf umweltfreundlicher Konsumprodukte gegeben werden.

Eine ökologische Reform strebt der Minister dem Magazin zufolge auch für die Unternehmensbesteuerung an. Erwogen werde, dass jene Betriebe, die besonders umweltfreundliche Investitionen vornehmen, diese Kosten bis zu hundert Prozent von der Steuer absetzen dürfen.

Reduzieren wolle Gabriel im Gegenzug steuerliche Privilegien für Flugreisende und für Dienstwagenbesitzer. Allein die Energiesteuerbefreiung beim Flugbenzin koste die Steuerzahler knapp sieben Milliarden Euro jährlich, heißt es in dem Papier.

Schließlich macht sich Gabriel für eine neuartige Steuer auf Kernbrennstoffe stark. Hier sei eine Abgabe von einem Cent pro Kilowattstunde geplant. Dadurch ließen sich bei den Energiekonzernen "ungerechtfertigte Extraprofite abschöpfen und Einnahmen für den erforderlichen nachhaltigen Umbau unserer Industriegesellschaft generieren". Auswirkungen auf den Endverbraucherpreis erwartet das Ministerium nicht.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Stromvergleich

    Mehrwertsteuer beim Strom: Staat kassiert rund 6 Milliarden Euro

    Strom ist in den letzten Jahren immer teurer geworden. Das liegt aber nicht nur an den Stromanbietern. Einen großen Teil des Strompreises machen nämlich Steuern und Abgaben aus.

  • Elektroauto

    Kaufprämie für Elektroautos erntet nicht nur Beifall

    Für E-Autos steht erneut die Kaufprämie zur Diskussion, schließlich steht auch das Ziel der Bundesregierung zu der Verbreitung der Fahrzeuge auf dem Spiel. Die Elektroprämie findet aber nicht nur Befürworter: Kritiker sehen sie vielmehr als zweischneidiges Schwert.

  • Strompreise

    Regierungsbeschlüsse zum Emissionshandel stoßen auf Kritik (Upd.)

    Die von der Bundesregierung beschlossenen Regeln zum Emissionshandel stoßen auf scharfe Kritik. Während die DUH die Förderung klimaschädlicher Kohlekraftwerke kritisiert, meint Vattenfall, dass so neue, hocheffizienter Braunkohlekraftwerke, die zum Klimaschutz beitragen sollen, benachteiligt werden.

  • Stromtarife

    Zeitung: Neuer Klimaschutz erhöht Strompreise

    Auf die deutschen Verbraucher kommen nach einen Pressebericht höhere Stromkosten zu. Neue EU-Forderungen zum Klimaschutz steigern den Strompreis um etwa zehn Prozent, zitiert die "Süddeutsche Zeitung" aus einem Vermerk des Bundeswirtschaftsministeriums.

  • Stromtarife

    LichtBlick beliefert Bundesbehörden mit Ökostrom

    Das Bundesumweltministerium (BMU), das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und das Umweltbundesamt (UBA) werden auch in den Jahren 2007 bis 2009 Ökostrom beziehen. Der Stromanbieter Lichtblick erhielt den Zuschlag in einer europaweiten Ausschreibung.

Top