Strom für 450.000 Haushalte

Umweltkontor informiert über Offshore-Windpark "Adlergrund"

Am Dienstag nächster Woche ist eine kostenfreie Telefon-Hotline geschaltet - Nahe Rügen sollen sich in drei Jahren etwa 160 Windräder mit einer Gesamtleistung von 600 Megawatt drehen.

Energieversorung© Gina Sanders / Fotolia.com
Ab dem Jahr 2005 sollen mitten in der Ostsee Windräder elektrische Energie für etwa eine Million Menschen erzeugen - und bereits im vergangenen Jahr hat die Umweltkontor Renewable Energy AG (Umweltkontor) mit den Planungen für den Windpark "Adlergrund" nordwestlich von Rügen begonnen. Zum aktuellen Stand des Projekts wurde kürzlich der Dialog mit Gemeinden, Verbänden und Organisationen eröffnet. Aber auch Bürger können sich telefonisch bei Umweltkontor informieren: Am kommenden Dienstag, 17. Juli, ist in der Zeit von 15 bis 19 Uhr unter der Rufnummer 0800-1111821 eine kostenfreie Hotline freigeschaltet. Als Gesprächspartner stehen die Projektleiter Rüdiger Wolf und Sven Heinz zur Verfügung.

Das Gebiet für den geplanten Windpark "Adlergrund" liegt etwa 40 Kilometer nordwestlich von Rügen. Zur Zeit fördern Schwimmbagger Kies in dem außerhalb der regulären Schifffahrtslinien gelegenen Areal. Etwa 160 Windräder mit einer Gesamtleistung von knapp 600 Megawatt möchte Umweltkontor dort errichten. Die von Land nicht sichtbaren Anlagen sollen über ein Seekabel jährlich etwa 1,5 Milliarden Kilowattstunden in ein Umspannwerk bei Greifswald liefern. Die Stromerzeugung entspricht dem Bedarf von etwa 450.000 Durchschnitts-Haushalten in Mecklenburg-Vorpommern.

Gleichzeitig trägt der Windpark zu einer deutlichen Klimaverbesserung bei. Um die gleiche Strommenge wie der Windpark zu erzeugen, müsste ein konventionelles Kraftwerk neben anderen Klimagasen über 600 Tonnen Schwefeldioxid sowie fast eine Millionen Tonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre abgeben. Daher unterstützen unter anderem Bundesregierung, Europäische Union sowie Greenpeace den Bau von Offshore-Windparks. Nach Einschätzung der Umweltschutzorganisation ließe sich etwa die Hälfte des bundesdeutschen Strombedarfs durch Windkraftanlagen auf hoher See decken. Dies würde auch die derzeit steigende Abhängigkeit von Energieimporten verringern.

Ganz konkrete Vorteile sieht Offshore-Fachmann Rüdiger Wolf auch für Rügen und die übrige Küstenregion: "Nach einer unabhängigen Studie werden einschließlich der mittelbaren Dienstleister und Zulieferer etwa 3500 Menschen am Bau der Anlagen beteiligt sein. Über 25 Jahre sichert der weitere Betrieb für etwa 400 Menschen die Einkommen."

Auch dem Tourismus könnte der Windpark zusätzliche Impulse geben. In anderen europäischen Ländern hätten sich vergleichbare Anlagen zu beliebten Ausflugszielen entwickelt.

Vielleicht fahren also in einigen Jahren die Schiffe von Rügen zum bisher touristisch unbedeutenden Adlergrund...?

Das könnte Sie auch interessieren
  • Energiewirtschaft

    Industrie wird weiterhin bei Ökostrom-Umlage verschont

    Die deutsche Industrie wird auch in der Zukunft von der Ökostrom-Abgabe weitestgehend befreit bleiben. Nach langen Diskussionen konnten sich die EU-Kommission und die Bundesregierung aufeinander abstimmen.

  • Ökostromrechner

    Kabinett segnet Ökostrom-Reform ab

    Wie geht es weiter mit dem Ökostrom-Ausbau in Deutschland? Lange konnten sich Bund und Länder nicht einigen, aber nun hat sich die EEG-Reform auch ihren Weg durch das Bundeskabinett gebahnt.

  • Hochspannungsmasten

    Greenpeace fordert Importverbot für "schmutzigen" Strom

    Strom aus "dem Osten" soll außen vor bleiben - Schon jetzt wird sieben mal soviel Strom aus Osteuropa eingeführt wie noch vor fünf Jahren.

  • Strom sparen

    Neuer Windpark bei Chemnitz

    Die Bremer WPD realisiert ihr zweites Projekt in diesem Jahr - und lockt Teilhaber mit hohen Ausschüttungen: 14 Prozent soll's geben.

  • Energieversorung

    Deutschland steigt aus: Kernenergie wird "geordnet beendigt"

    Heute abend werden Bundeskanzler Schröder, Wirtschaftsminister Müller, Umweltminister Trittin und die Vorstandsvorsitzenden der vier größten deutschen Energieversorger die Vereinbarung zum Ausstieg aus der Atomkraft unterzeichnen. Bis zum Schluss bleibt das Werk umstritten.

Top