Falsche Versprechen

Umwelthilfe: Media Markt und Saturn schlampen bei Stromkennzeichnung

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat die beiden Elektronikmärkte Media Markt und Saturn harsch kritisiert. Grund: Die zur Metro-Gruppe gehörenden Ketten hätten die am Montag gemeinsam mit BUND und dena angekündigte Kennzeichnung des Stromverbrauchs von Fernsehern nur ungenügend umgesetzt.

Stromtarife© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Testbesuche in Filialen der Märkte in ganz Deutschland hätten ergeben, dass die Kennzeichnung der TV-Geräte "überwiegend nicht existent oder lückenhaft" gewesen sei. Die angekündigte freiwillige Kundeninformation habe sich "als PR-Gag" und "billiges Ablenkungsmanöver" entpuppt.

Media Markt und Saturn hatten gemeinsam mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und der Deutschen Energie-Agentur (dena) am vergangenen Montag angekündigt, bis zum Ende der letzten Woche den Stromverbrauch der ausgestellten Fernsehgeräte "dort, wo es möglich ist" anzugeben. Der BUND glaubt trotz der Kritik der DUH, dass sich die Metro-Gruppe an ihre Zusagen halte: "Wir werden das natürlich überprüfen", betonte BUND-Sprecher Matthias Seiche. Man habe Media Markt und Saturn für den freiwilligen Vorstoß öffentlich loben wollen, rechtfertigte er die gemeinsame Pressekonferenz am Montag in Berlin.

Die Umwelthilfe bemängelte, in den Filialen Stuttgart und Konstanz seien nur wenige Geräte mit Angaben zum Stromverbrauch versehen gewesen, in Hannover und Singen hätten die Angaben völlig gefehlt. Bernhard Taubenberger, Sprecher der Media-Saturn-Holding, sagte auf Anfrage zu den Anschuldigungen der DUH, dass die Auszeichnungen "mit wenigen Ausnahmen in den nächsten Tagen" in allen Märkten abgeschlossen sein werden. Für die harsche Kritik bestehe somit kein Anlass.

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