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Umweltbundesamt warnt vor Abkehr vom Atomausstieg

In den Koalitionsverhandlungen zwischen SPD und CDU/CSU spielt auch der Ausstieg aus der Kernenergie und eine mögliche Abkehr davon eine Rolle. Dennoch glaubt der Präsident des Umweltbundesamtes (UBA), Dr. Andreas Troge, nicht, dass es eine Änderung des Atomausstiegs geben wird.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Angesichts des Streits zwischen Union und SPD um die weitere Nutzung der Kernenergie warnt das Umweltbundesamt (UBA) in Dessau vor einer Verlängerung der Laufzeiten deutscher Atomkraftwerke. Weder sei die Frage der Endlagerung radioaktiver Abfälle geklärt, noch gebe es eine Stimmung in der Bevölkerung zu einer Abkehr vom vereinbarten Atomausstieg, sagte UBA-Präsident Andreas Troge der in Berlin erscheinenden Tageszeitung "Die Welt" (Montagausgabe). Daher glaube er auch nicht, dass im Rahmen der Koalitionsverhandlungen zwischen Union und SPD eine Änderung des Atomausstiegs vereinbart werde.

Mehrere Unions-Politiker hatten sich in den vergangenen Tagen für einen Ausstieg aus dem Atomausstieg stark gemacht. Die designierte Bundeskanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel äußerte sich im Vorfeld der zweiten Runde der Koalitionsgespräche mit der SPD am Montag etwas zurückhaltender. Der "Bild am Sonntag" sagte sie, gebraucht werde ein energiepolitischer Mix, zu dem "für eine überschaubare Zeit" auch die Kernenergie gehöre.

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