Digitale Plattform

Umweltbundesamt startet Emissionshandel in COLT-Rechenzentren

Der Frankfurter Carrier COLT Telecom hat die technische Infrastruktur für den Handel mit Kohlendioxidzertifikaten aufgebaut. Die Software für die elektronische Plattform, auf der das Handelsregister verwaltet wird und die An- und Verkauf der Zertifikate ermöglicht, wird von COLT gehostet.

Strom sparen© Gina Sanders / Fotolia.com

Frankfurt am Main (red) - Die COLT Telecom hat im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA) die technische Infrastruktur für den Handel von Emissionsberechtigungen aufgebaut. Die Software für die elektronische Plattform, auf der das Emissionshandelsregister verwaltet wird und die den An- und Verkauf der Zertifikate ermöglicht, wird im Berliner Rechenzentrum des europäischen Carriers gehostet.

"Der im Kyoto-Protokoll festgeschriebene Emissionshandel ist ein wichtiger Beitrag zur Kohlendioxid-Reduktion und der Verbesserung des Weltklimas. Wir sind daher sehr stolz, mit unseren Technologien einen kleinen Teil zu diesem wichtigen Projekt beigetragen zu haben", kommentierte Wolfgang Essig, Vorsitzender der Geschäftsführung der COLT Telecom GmbH.

Um eine konstante Verfügbarkeit der neuen Plattform zu gewährleisten, wurden höchste Anforderungen an die Betriebssicherheit der Systeme gestellt. Technisch gesehen beruht die nach den EU-Vorschriften für Emissionshandelsregister entwickelte Plattform auf einer hoch sicheren Architektur mit 12 Servern und zwei 100 Mbit/s-Internetanbindungen. Sie ist aus Sicherheitsgründen vollständig redundant ausgelegt und verfügt über ein eigenständiges, örtlich getrenntes Backup-System, auf dem alle Daten regelmäßig gespiegelt werden. "COLT hat sich als derjenige Anbieter herauskristallisiert, der einerseits bestmöglich die Anforderungen erfüllt und andererseits ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis aufweist", erläuterte Dr. Thomas Schütz, Leiter Zentrale Registerführung der Deutschen Emissionshandelsstelle im Umweltbundesamt, das Ergebnis des Auswahlprozesses.

Während COLT als Hosting-Dienstleister den Zuschlag erhielt, wurde auf der Anwendungsseite die französische Softwarelösung eingesetzt, die vom Projektpartner Dr. Lippke und Dr. Wagner GmbH für das Portal übersetzt und angepasst wurde. Die Software ist eine Spezialentwicklung der Caisse des Depots et Consignations (CDC), die in ihrer Funktion in etwa der deutschen Kreditanstalt für Wiederaufbau entspricht.

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