Umweltbundesamt: Geringerer Energieverbrauch wichtig

Hochspannungsmasten© Günter Menzl / Fotolia.com
Bundesumweltminister Jürgen Trittin und der Präsident des Umweltbundesamtes, Prof. Dr. Andreas Troge, haben dieser Tage in Berlin den Jahresbericht 1998 des Umweltbundesamtes vorgestellt. Trittin würdigte die Arbeit des Umweltbundesamtes, das auch im 25. Jahr seines Bestehens wichtige Impulse für eine moderne Umweltpolitik in Deutschland gegeben habe, etwa jüngst zur Abfallwirtschaft und zu langfristigen Perspektiven der Öko-Steuer-Reform.


Die Globalisierung von Wirtschaftsprozessen und Stoffströmen habe auch Konsequenzen für den Umweltschutz, sagte Troge. Als Beispiel nannte er die Liberalisierung des Strommarktes in Europa, die Deutschland in den letzten Wochen mit voller Wucht erreicht habe. Der Strom für Großkunden sei bereits deutlich billiger geworden, und auch für die privaten Haushalte würden die Strompreise deutlich sinken - trotz der Ökosteuer.


Aus Sicht der Verbraucher sei das zu begrüßen, jedoch habe diese Entwicklung auch eine Kehrseite: Investitionen in die Energieeinsparung würden weniger wirtschaftlich. Dies gelte beispielsweise für die Kraft-Wärme-Kopplung, eine "hoch effiziente, innovative und umweltentlastende Energietechnik". Zu befürchten sei zudem, dass bei sinkenden Strompreisen auch die allgemeine Bereitschaft sinke, Strom und Energie insgesamt zu sparen.


Bundesumweltminister Trittin unterstrich daher die Notwendigkeit rechtlicher Rahmenbedingungen, die zum einen die Wettbewerbsfähigkeit umweltschonender Energien sicherten und zum anderen den Verbrauchern wirksame Anreize für eine sparsame Energienutzung böten. "Mit den weiteren Stufen der ökologischen Steuerreform setzen wir den hierzu eingeschlagenen Weg fort. Die Mineralölsteuerbefreiung für hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen sowie Gas- und Dampfkraftwerke beseitigt Wettbewerbsnachteile innovativer Energietechniken gegenüber der Atomkraft und belohnt den effizienten Einsatz von Energie. Die schrittweise Anhebung der Steuersätze für Kraftstoffe und Energie belastet in zeitlich vorgegebenen Schritten für jedermann kalkulierbar den Energieverbrauch und setzt damit marktwirtschaftliche Anreize für ein umweltbewusstes Verhalten der Verbraucherinnen und Verbraucher", so Trittin.


Ein geringerer Energieverbrauch ist nach Ansicht des Umweltbundesamtes doppelt wichtig. Zum einen sei er Voraussetzung zur angestrebten Modernisierung der Energieversorgung - weg von den fossilen, hin zu erneuerbaren Energien wie Sonne und Wind. "Nur wenn wir insgesamt weniger Energie verbrauchen, wird der Anteil der erneuerbaren Energien an der Energieerzeugung in absehbarer Zeit steigen", so Troge. Zum anderen sei ein geringerer Energieverbrauch der Schlüssel zur Erreichung des nationalen Klimaschutzziels: Die Bundesregierung hat sich das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2005 im Vergleich zu Jahr 1990 den Ausstoß von Kohlendioxid in Deutschland um 25 Prozent zu verringern. 1998 wurden in Deutschland rund 883 Millionen Tonnen Kohlendioxid ausgestoßen. Das sind 13 Prozent weniger als 1990. 95 Prozent des Kohlendioxid-Ausstoßes sind energiebedingt, entstehen bei der Nutzung von Energie, sei es in industriellen Anlagen, Haushalten oder im Verkehr.


Bundesumweltminister Trittin hob ebenfalls die Bedeutung des Energiebereichs für den Klimaschutz hervor. "Allein rund 100 von insgesamt 150 Maßnahmen im Klimaschutzprogramm der Bundesregierung sind im Energiebereich angesiedelt. Das Energiesparen nimmt dabei einen breiten Raum ein. Es ist die umweltfreundlichste Energiequelle und zugleich ein wichtiger Beitrag zur Reduzierung klimaschädlicher Treibhausgase. Der rationelle und sparsame Energieverbrauch sowie die breite Nutzung von Wind, Sonne, Biomasse, Wasserkraft und Geothermie gehören zu den Eckpfeilern der von der Bundesregierung angestrebten nachhaltigen und klimaschonenden Energiestruktur", sagte Trittin. Er bekräftigte in diesem Zusammenhang das Festhalten am nationalen Klimaschutzziel: "Um dies zu erreichen, halte ich zusätzliche Anstrengungen, etwa bei der Wärmedämmung im Gebäudebereich, für notwendig. Die Bundesregierung leistet mit ihrem Zukunftsprogramm, das die Fortführung der ökologischen Steuerreform vorsieht, einen wichtigen Beitrag zum Erreichen des Klimaschutzziels bei gleichzeitiger Entlastung des Faktors Arbeit."


Zudem würden durch die Entwicklung von Energiespartechniken sowie durch Maßnahmen zum Klimaschutz Arbeitsplätze in Deutschland geschaffen. Deutschland, so Trittin, könne zum Vorreiter in Sachen Energiespartechnik werden, was seine Stellung auf dem Weltmarkt für Umwelt- und Energietechnik stärken würde.


Der Jahresbericht des Umweltbundesamtes kann als Print- oder CD-Rom-Ausgabe unter www.bundesumweltamt.de bestellt werden.

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