Schiff ausgelaufen

Umstrittener Atommülltransport nach Grohnde ist unterwegs

Das für den umstrittenen Transport plutoniumhaltiger Brennelemente aus Großbritannien zum niedersächsischen Atomkraftwerk Grohnde bei Hameln vorgesehene Schiff ist nach Angaben von Umweltschützern ausgelaufen.

Hochspannungsleitung© Gina Sanders / Fotolia.com

Hameln (ddp/red) - Die "Atlantic Osprey" habe in der Nacht zum Dienstag den britischen Hafen Workington in der Nähe der Wiederaufbereitungsanlage Sellafield verlassen, sagte ein Sprecher des niedersächsischen Jugendumweltnetzwerks am Mittwoch. Der Betreiber des AKW Grohnde, die E.ON Kernkraft GmbH, erklärte auf ddp-Anfrage, die für das AKW Grohnde bestimmten Brennelemente seien "noch nicht unterwegs". Nähere Auskünfte wollte der Konzern nicht geben.

Das früher als Fahrzeugfähre eingesetzte Schiff nehme Kurs auf den schwedischen Hafen Studsvik, sagte ein Sprecher der Umweltschützer. Es könne sich dabei aber um eine Finte handeln. Das Netzwerk schließe nicht aus, dass die "Atlantic Osprey" Ende dieser Woche "in der deutschen Bucht auftaucht".

Kein Atomtransport über Cuxhaven

Ursprünglich sollten die Brennelemente von der Atlantic Osprey nach Cuxhaven gebracht und dort auf Lastwagen umgeladen werden. Der Cuxhavener Hafenbetreiber und später auch der Bremer Senat lehnten die Abwicklung des Transportes über ihre Hafenanlagen jedoch ab. Nach Angaben des Jugendumweltnetzwerks könnte der Umschlag nun über die Häfen Nordenham oder Emden erfolgen.

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat nach eigenen Angaben keinen Einfluss auf die Transportstrecke. Route und Zeitpunkt würden zwischen dem vom Energieversorger beauftragten Transporteur und der Landespolizei abgestimmt. Während die Polizei die Sicherung des Transports zu gewährleisten habe, prüfe das Bundesamt, ob alle Genehmigungsvoraussetzungen zur Gewährleistung der Sicherheit der Bevölkerung gegen radioaktive Strahlung vorlägen.

Transporteur der Brennelemente ist die Firma Nuclear + Service GmbH mit Sitz in Hanau. Verantwortliche waren am Mittwochnachmittag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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