Für die "Blaue Plakette"

Umfrage: Lokales Fahrverbot für schmutzige Diesel?

Diesel-Fahrzeuge mit einem hohen Ausstoß an Schadstoffen sollten aus Stadtteilen verbannt werden, in denen die Luft ohnehin schon schlecht ist. Das finden einer Umfrage zufolge fast 60 Prozent der Deutschen.

Auspuff© Stefan Redel / Fotolia.com

Berlin – 59 Prozent sprachen sich in einer Umfrage im Auftrag von Greenpeace dafür aus, dass schmutzige Diesel in belasteten Quartieren nicht mehr fahren sollten. Nach der "Blauen Plakette", die lokale Fahrverbote ermöglichen könnte, fragte das Institut Emnid nicht. Das Projekt der Länder-Umweltminister liegt derzeit auf Eis, nachdem es viel Widerstand gegeben hatte. Die Umfrage lag der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag vor.

Kritik an Verkehrsminister und Regierung

Knapp ein Jahr nach Bekanntwerden des VW-Skandals um manipulierte Diesel-Abgaswerte ließ Greenpeace zudem fragen, was die Deutschen von der Aufklärungsarbeit des Verkehrsministers halten. 62 Prozent bewerteten die Arbeit von Alexander Dobrindt (CSU) in diesem Bereich als "eher schlecht" oder "sehr schlecht". Gut die Hälfte (52 Prozent) ist zudem der Meinung, die Bundesregierung nehme bei der Einführung und Überprüfung von Abgas-Grenzwerten zu viel Rücksicht auf die Autobranche.

"Schmutzige Diesel haben keinen Platz in modernen Städten", kommentierte Greenpeace-Energieexperte Niklas Schinerl die Ergebnisse. "Statt vor der Autolobby zu kuschen, muss Verkehrsminister Dobrindt den Weg frei machen für eine wirksame "Blaue Plakette"." Der Aufklärungswille des Ministers in der Diesel-Affäre grenze an Arbeitsverweigerung.

Quelle: DPA

Das könnte Sie auch interessieren
  • Auspuff

    Umweltminister wollen Diesel-Fahren verteuern

    Diesel-Fahrer profitieren derzeit noch von mehreren Vorteilen im Vergleich zu den Fahrern eines Benziners. Der Abgas-Skandal hat bei den Umweltministern für schwere Diskussionen gesorgt. In mehreren Bundesländern könnte es bald keine Steuervorteile mehr geben.

  • Elektroauto

    Kaufprämie für Elektroautos erntet nicht nur Beifall

    Für E-Autos steht erneut die Kaufprämie zur Diskussion, schließlich steht auch das Ziel der Bundesregierung zu der Verbreitung der Fahrzeuge auf dem Spiel. Die Elektroprämie findet aber nicht nur Befürworter: Kritiker sehen sie vielmehr als zweischneidiges Schwert.

  • Strom sparen

    Daimler und RWE starten Elektroauto-Projekt in Berlin

    Der Autokonzern Daimler und der größte deutsche Stromerzeuger RWE haben am Freitag in Berlin in Anwesenheit von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ein Elektroautoprojekt gestartet. Deutliche Kritik kam von Greenpeace.

Top